WAV ist das Format, das Field-Recorder, Audio-Interfaces und Schnittprogramme standardmäßig schreiben: rohe PCM-Samples ohne Kompression. Beim Bearbeiten ideal, beim Verschicken lästig. Ein dreiminütiger Song in CD-Qualität hat als WAV über 30 MB, für viele E-Mail-Anhänge zu viel und im Mobilfunknetz zäh. Als MP3 sind es rund 4 MB, abspielbar vom Smartphone bis zum Autoradio von 2005.
Dateigröße: die Rechnung
Die Größe von unkomprimiertem Audio lässt sich leicht ausrechnen: Abtastrate × Bittiefe × Kanäle. Für CD-Audio sind das 44.100 × 16 × 2 = 1.411.200 Bit pro Sekunde, also 1411 kbit/s oder etwa 10,6 MB pro Minute. Studioaufnahmen mit 24 Bit sind noch größer.
| Quelle | Bitrate | Pro Minute | Passt in 100 MB |
|---|---|---|---|
| WAV 16 Bit / 44,1 kHz Stereo (CD) | 1411 kbit/s | 10,6 MB | etwa 9,5 Minuten |
| WAV 24 Bit / 48 kHz Stereo | 2304 kbit/s | 17,3 MB | etwa 5,5 Minuten |
| WAV 24 Bit / 96 kHz Stereo | 4608 kbit/s | 34,6 MB | knapp 3 Minuten |
| MP3 VBR (unsere Ausgabe, Mittel) | ~190 kbit/s | ~1,4 MB | über eine Stunde |
| MP3 128 kbit/s CBR | 128 kbit/s | 0,96 MB | |
| MP3 320 kbit/s CBR | 320 kbit/s | 2,4 MB |
Das kostenlose Limit liegt bei 100 MB pro hochgeladener Datei, entscheidend ist also die linke Seite der Tabelle. Ein ganzes Album als eine WAV passt nicht, einzelne Titel schon. Bis zu 10 Dateien gleichzeitig, alle MP3s als ZIP.
So kodiert unser Konverter
Wir kodieren MP3 mit variabler Bitrate (VBR). Die Bitrate passt sich an die Musik an: dichte Passagen bekommen bis zu 320 kbit/s, Stille und einfache Klänge deutlich weniger. Bei Musik liegt der Mittelwert um 190 kbit/s, meist zwischen 170 und 210 kbit/s. In Hörtests gilt diese Qualität allgemein als transparent, die meisten Hörer können es nicht zuverlässig von der WAV unterscheiden.
- Die Bittiefe spielt keine Rolle. MP3 hat keine feste Bittiefe, 16- und 24-Bit-WAV funktionieren.
- Abtastrate: 44,1 und 48 kHz bleiben erhalten. MP3 kann höchstens 48 kHz, Aufnahmen mit 88,2 oder 96 kHz werden deshalb auf eine unterstützte Rate umgerechnet.
- Kanäle: Mono bleibt Mono (und die Datei kleiner), Stereo bleibt Stereo, Mehrkanal-WAV wird auf Stereo heruntergemischt.
- Tags: Titel, Interpret und weitere Felder aus dem INFO-Block der WAV landen im ID3-Tag.
- Keine Bearbeitung: keine Normalisierung, kein Schnitt, kein Fade.
Die Bitrate lässt sich nicht ändern. Verlangt ein Sender oder Vertrieb genau 320 kbit/s CBR, exportieren Sie die Datei lokal, etwa in Audacity mit konstanter Bitrate von 320 kbit/s.
Welche Bitrate brauchen Sie wirklich?
- Sprache, Diktat, Sprachnotizen: 64 bis 96 kbit/s in Mono genügen. Unsere VBR-Ausgabe ist mehr als ausreichend und bei Mono-Dateien trotzdem klein.
- Musik zum Hören: VBR um 190 kbit/s (unsere Einstellung) oder 256–320 kbit/s, wenn Sie Reserve wollen. Bei 128 kbit/s CBR sind Artefakte an Becken und Applaus oft hörbar.
- Abgabe an Dritte: nach deren Vorgabe. Meist wird ohnehin WAV oder FLAC verlangt; ins Mastering gehört nie eine MP3.
Häufige Probleme
Die MP3 knackt an lauten Stellen
Master, die genau bis 0 dBFS ausgesteuert sind, können nach dem MP3-Dekodieren leicht übersteuern, weil die kodierte Wellenform das Original etwas überschießt. Etwa 1 dB Headroom beim WAV-Export behebt das.
Zurück in WAV bringt die Qualität nicht zurück
MP3 ist verlustbehaftet, was beim Kodieren wegfällt, ist weg. Behalten Sie die Original-WAV als Archiv und nutzen Sie die MP3 zum Verteilen. Kleinere Dateien ganz ohne Verlust liefert FLAC, meist etwa mit halber Größe.
Die WAV lässt sich nicht hochladen oder öffnen
Klassisches WAV speichert die Länge in einem 32-Bit-Feld und ist deshalb auf 4 GB begrenzt; größere Aufnahmen nutzen RF64 oder W64. Das liegt weit über unserem Limit von 100 MB. Manche Diktiergeräte speichern komprimierten Ton (ADPCM, GSM) in einer WAV-Hülle. Unser Konverter liest die meisten davon, ein Versuch lohnt sich.
Alternativen ohne Online-Konverter
- Audacity (kostenlos, alle Systeme) exportiert direkt als MP3, mit Bitrate-Wahl, Normalisierung und Schnitt.
- Apple Music unter macOS: Einstellungen → Dateien → Importeinstellungen, bei „Importieren mit“ MP3 wählen, Titel markieren und Ablage → Konvertieren aufrufen.
Der Online-Weg ist praktisch am Smartphone, an Rechnern ohne Installationsrechte oder wenn nur ein paar Dateien anstehen. Die Server stehen in Tschechien, Uploads werden direkt nach der Umwandlung gelöscht. Sie haben ein Video statt WAV? Dann hilft MP4 in MP3 umwandeln.
Etwas Geschichte
WAV (Waveform Audio File Format) stellten Microsoft und IBM 1991 als Teil des RIFF-Containers für Windows 3.1 vor, siehe die Beschreibung der Library of Congress. MP3, formal MPEG-1 Audio Layer III (ISO/IEC 11172-3, 1993), entstand maßgeblich am Fraunhofer IIS in Erlangen. Lange mussten Encoder lizenziert werden. Das Lizenzprogramm endete am 23. April 2017, die Patente sind abgelaufen (Fraunhofer IIS). MP3 darf seither in jeder Software frei kodiert werden.