ZIP ist das Archivformat, das jeder öffnen kann. Es fasst Dateien und Ordner zu einer Datei zusammen, meist komprimiert, und Windows, macOS, Android und iOS entpacken es ohne Zusatzprogramm. ZIP-Dateien kommen als E-Mail-Anhang, beim Download aus der Cloud („Alle herunterladen“ in Google Drive oder OneDrive erzeugt ein ZIP), von Schul- und Behördenportalen. Und sie stecken in anderen Formaten: DOCX, XLSX, PPTX, ODT, EPUB, JAR und APK sind technisch ZIP-Archive mit festgelegter Struktur.
Geschichte
Entwickelt hat das Format Phil Katz (PKWARE) Ende der 1980er-Jahre für das DOS-Programm PKZIP; die erste Fassung der öffentlichen Spezifikation APPNOTE.TXT ist auf 1990 datiert. Weil die Spezifikation offenlag, übernahmen andere Programme ZIP schnell, und es überlebte die DOS-Archivierer seiner Zeit wie ARC, ARJ und LZH. PKWARE pflegt APPNOTE bis heute. Wichtige Stationen: Deflate wurde Anfang der 1990er zur Standardmethode, ZIP64 (Version 4.5, 2001) hob die Grenzen von 4 GB und 65.535 Dateien auf, Version 6.3.0 (2006) führte ein Kennzeichen für UTF-8-Dateinamen ein. ISO/IEC 21320-1:2015 normiert ein eingeschränktes ZIP-Profil für Dokumentcontainer.
Aufbau
Jede Datei wird einzeln komprimiert und hintereinander abgelegt. Am Ende steht das Central Directory, ein Inhaltsverzeichnis mit Namen, Größen, Datum und CRC-32-Prüfsummen. Programme lesen zuerst dieses Verzeichnis. Deshalb lässt sich eine einzelne Datei schnell entpacken, und deshalb lässt sich ein am Ende abgeschnittenes ZIP (abgebrochener Download) oft gar nicht öffnen.
- Kompression: fast immer Deflate, häufig auch unkomprimiert gespeichert. Die Spezifikation erlaubt zusätzlich BZIP2, LZMA, Zstandard und weitere Verfahren, viele Programme einschließlich des Windows-Explorers lesen aber nur Deflate.
- Einzeln komprimiert heißt: Ähnlichkeiten zwischen Dateien nutzt ZIP nicht. Ein Ordner voller ähnlicher Textdateien wird als 7z oder tar.xz spürbar kleiner.
- Verschlüsselung: Das klassische „ZipCrypto“ ist schwach und für vertrauliche Daten ungeeignet. AES-256 (eine Erweiterung von WinZip) ist sicher, wird aber nicht von jedem Programm unterstützt. Dateinamen bleiben auch im verschlüsselten ZIP lesbar.
- Metadaten: Änderungsdatum (im alten Format auf 2 Sekunden genau), optional Unix-Rechte, ein Kommentar zum Archiv.
ZIP öffnen
Windows: Doppelklick zeigt das Archiv als Ordner, „Alle extrahieren“ entpackt es. macOS: Das Archivierungsprogramm entpackt per Doppelklick. Linux: jeder Dateimanager, im Terminal unzip oder 7z x. Android: Files von Google, iPhone und iPad: die App Dateien. Für AES-verschlüsselte ZIPs oder ungewöhnliche Methoden eignet sich 7-Zip (Windows, Linux), auf dem Mac The Unarchiver oder Keka.
Typische Probleme
„Der ZIP-komprimierte Ordner ist ungültig“
Meist ist der Download unvollständig: Datei erneut laden und die Größe vergleichen. Zweite Ursache ist eine Methode, die der Windows-Explorer nicht kennt (LZMA, Deflate64 oder AES-Verschlüsselung aus 7-Zip oder WinZip). Solche Dateien öffnet 7-Zip.
Umlaute in Dateinamen kaputt
Ältere Packprogramme speicherten Namen in der Codepage ihres Systems (CP437, CP850, CP1252…), ohne das zu vermerken. Ein anderer Rechner deutet die Bytes dann anders, und statt Umlauten erscheinen fremde Zeichen. Programme, die die Kodierung erraten, etwa The Unarchiver, lösen das oft. Auch unsere Umwandlung hilft: Die Namen werden neu als UTF-8 mit korrektem Kennzeichen gespeichert. Nicht dekodierbare Zeichen werden ersetzt, prüfen Sie Namen mit Umlauten danach also kurz.
ZIP über 4 GB lässt sich nicht öffnen
Dateien über 4 GB brauchen ZIP64. Alte Programme, manche Kameras, Drucker und Embedded-Geräte kennen es nicht. Dann hilft nur, den Inhalt auf mehrere kleinere Archive zu verteilen.
ZIP umwandeln
ZIP selbst ist selten das Problem, eine Konvertierung hat meist einen konkreten Zweck: 7z für eine kleinere Datei, TAR, tar.gz oder tar.xz für Linux-Server und Backups, ISO für Programme, die ein Disk-Image erwarten. Unser Konverter entpackt das ZIP und packt den Inhalt neu. Die Dateien selbst werden bitgenau übernommen, nur die Verpackung ändert sich. Gut zu wissen: Hochladen lassen sich Dateien bis 100 MB, entpackt darf der Inhalt höchstens 2 GB groß sein; leere Ordner werden nicht übernommen; passwortgeschützte ZIPs lassen sich nicht umwandeln, weil es keine Möglichkeit zur Passworteingabe gibt. RAR können wir nicht erzeugen: Der RAR-Packer ist proprietär, schreiben kann ihn nur WinRAR. Und wer nur die Dateien aus einem ZIP braucht, kommt ohne Konverter aus, das erledigt das Betriebssystem.
| ZIP auf einen Blick | |
|---|---|
| Entwickler | Phil Katz, PKWARE |
| Erste Spezifikation | APPNOTE 1.0, 1990 (PKZIP ab 1989) |
| Spezifikation | PKWARE APPNOTE.TXT; ISO/IEC 21320-1:2015 (Profil für Dokumentcontainer) |
| Typ | Archiv mit Einzeldatei-Kompression |
| Kompression | Deflate (Standard), optional BZIP2, LZMA, Zstandard u. a. |
| Grenzen | 4 GB und 65.535 Einträge ohne ZIP64 |
| MIME-Typ | application/zip |
| Typische Nutzung | E-Mail-Anhänge, Downloads, Basis von DOCX, EPUB, JAR, APK |
Weiterführend (englisch): ZIP File Format, Library of Congress und ZIP Version 6.3.3.