Tape Archive File

.tar · Archive

TAR (Tape Archive, „Bandarchiv“) fasst Dateien und Ordner zu einer Datei zusammen, ohne sie zu komprimieren. In der Unix- und Linux-Welt ist es die übliche Verpackung: Quellcode-Releases, Server-Backups, Schichten von Docker-Images, Datenexporte. Die meisten heruntergeladenen TAR-Dateien sind zusätzlich komprimiert, daher die Doppelendungen .tar.gz, .tar.bz2, .tar.xz oder die Kurzformen .tgz, .tbz2, .txz. Ein reines .tar begegnet einem bei Backups und Exporten aus Geräten oder Hosting-Panels.

Geschichte

Das Programm tar erschien 1979 in Version 7 Unix und schrieb Archive direkt auf Magnetband, daher der Name. POSIX.1-1988 normierte das Format als ustar, POSIX.1-2001 ergänzte das erweiterte pax-Format, das die alten Grenzen für Namenslänge und Dateigröße aufhebt und Namen in UTF-8 speichert. GNU tar, die Version auf den meisten Linux-Systemen, hat eigene Erweiterungen (lange Namen, inkrementelle Backups) und liest und schreibt auch pax. Bandlaufwerke sind selten geworden, das Format blieb, weil es Unix-Dateien vollständig beschreibt.

Aufbau

Eine TAR-Datei ist eine Folge von 512-Byte-Blöcken. Jede Datei bekommt einen Kopfblock mit Name, Größe, Rechten, Besitzer, Gruppe und Änderungszeit, dahinter folgen die Daten, aufgefüllt auf ein Vielfaches von 512 Byte. Zwei leere Blöcke markieren das Ende. Ein zentrales Inhaltsverzeichnis gibt es nicht: Um den Inhalt aufzulisten, liest ein Programm das Archiv von vorn bis hinten.

  • Keine eigene Kompression. Das ist Absicht: TAR packt zusammen, ein externes Werkzeug wie gzip, bzip2, xz oder zstd komprimiert. Weil das ganze Archiv als ein Datenstrom komprimiert wird, ist ein tar.xz mit vielen ähnlichen Dateien oft deutlich kleiner als ein ZIP.
  • Vollständige Unix-Metadaten: Rechte samt Ausführbar-Bit, Besitzer, symbolische und harte Links, Gerätedateien. Darum nutzen System-Backups und Softwarepakete TAR und nicht ZIP.
  • Namensgrenzen: Das alte Format erlaubt 100 Byte pro Pfad, ustar bis 256, pax praktisch unbegrenzt. Sehr alte Werkzeuge kürzen lange Pfade womöglich.

TAR öffnen

Windows 10 und 11 bringen seit 2018 den Befehl tar mit: tar -xf archiv.tar in der Eingabeaufforderung entpackt das Archiv, auch .tar.gz. Windows 11 öffnet TAR, tar.gz und tar.xz seit Version 23H2 im Explorer und kann seit 24H2 auch TAR erstellen. 7-Zip funktioniert unter jedem Windows, bei .tar.gz zeigt es zuerst das innere .tar. macOS: Doppelklick im Finder oder tar -xf im Terminal. Linux: tar -xf archiv.tar, Inhalt anzeigen mit tar -tvf.

Typische Probleme

„tar: This does not look like a tar archive“

Die Datei ist komprimiert oder unvollständig. Den echten Typ zeigt file archiv.tar. Ein als .tar benanntes, aber mit gzip komprimiertes Archiv entpackt aktuelles GNU tar mit -xf automatisch, ältere Versionen brauchen -xzf.

Entpacktes Programm startet unter Linux nicht, „Permission denied“

Das Archiv wurde unterwegs über ZIP oder ein Windows-Werkzeug umgepackt und hat das Ausführbar-Bit verloren. chmod +x auf die Datei hilft, oder man besorgt sich das Original-TAR.

Dateinamen unter Windows zu lang

Linux-Pfade können länger sein als die klassische Windows-Grenze von 260 Zeichen. Näher am Laufwerksstamm entpacken (etwa nach C:\x) oder lange Pfade in Windows aktivieren.

Warnungen zum Besitzer beim Entpacken als root

Als root stellt tar die gespeicherten Besitzer wieder her. Wer das nicht will, ergänzt --no-same-owner.

TAR umwandeln

Typische Gründe: TAR in ZIP für jemanden mit Windows oder Smartphone, TAR in tar.gz, tar.xz oder 7z, um Platz zu sparen, denn ein reines TAR ist gar nicht komprimiert. Unser Konverter entpackt das Archiv und packt den Inhalt neu, die Dateiinhalte bleiben identisch. Was nicht erhalten bleibt: Besitzer und Gruppen (sie werden durch den Benutzer des Konverters ersetzt), im ZIP außerdem leere Ordner; symbolische Links und Rechte sind nicht garantiert. System-Backups daher besser als TAR belassen und mit eigenen Werkzeugen komprimieren. Die Grenzen liegen bei 100 MB pro Upload und 2 GB entpackter Daten. In RAR wandeln wir nicht um.

TAR auf einen Blick
HerkunftBell Labs, Version 7 Unix
Erste Version1979
NormPOSIX.1-1988 (ustar), POSIX.1-2001 (pax)
Typunkomprimiertes Archiv (Container)
Kompressionkeine; extern gzip, bzip2, xz, zstd
MIME-Typapplication/x-tar
Typische NutzungLinux-Software, Backups, Datenexporte

Weiterführend (englisch): tar-Formatfamilie, Library of Congress und das Handbuch zu GNU tar.

TAR können wir umwandeln in

Archive

ZIP 7ZGZISOXZAPK ARJBR BZ BZ2CPIOJARLZLZ4LZMATBZ2TGZTXZTZSTWARXARXPIZZST