Microsoft Word

.doc · Dokumente

Eine .doc-Datei ist ein Microsoft-Word-Dokument im Binärformat, das Word von Version 97 bis 2003 standardmäßig verwendete. Mit Word 2007 kam DOCX, doch .doc-Dateien begegnen einem weiterhin: alte Verträge und Abschlussarbeiten auf Netzlaufwerken, Formulare von Behörden und Schulen, Exporte aus Buchhaltungs- und Personalsoftware, die seit zwanzig Jahren unverändert läuft. Alle aktuellen Textverarbeitungen können sie noch lesen.

Herkunft und Versionen

Die Endung ist älter als das Format. Laut der Library of Congress stehen hinter .doc vier verschiedene Word-Formate. Word 6.0 (1993) führte den Container ein, der bis heute verwendet wird. Word 97 stellte den inneren Aufbau auf die Fassung um, die dann bis Word 2003 unverändert blieb. Eine Datei aus Word 97 öffnet sich deshalb problemlos in Word 2003; die verbreitete Annahme, diese Versionen seien untereinander inkompatibel, stimmt nicht. Dateien aus Word 6.0 und Word 95 sind ein eigenes Format mit derselben Endung.

Lange war das Format nicht dokumentiert. Microsoft veröffentlichte die Spezifikation 2008 frei unter dem Open Specification Promise, heute wird sie als [MS-DOC] gepflegt.

Was in einer .doc-Datei steckt

Eine .doc ist kein Text mit eingestreuten Steuerzeichen, sondern ein OLE Compound File, also ein kleines Dateisystem in einer Datei. Man erkennt es an den Bytes D0 CF 11 E0 am Anfang. Darin liegen getrennte Streams: WordDocument mit dem Text, eine Tabelle mit den Formatierungen, gegebenenfalls Bilder und eingebettete Objekte, Dokumenteigenschaften (Autor, Firma, zuletzt gespeichert von) und, falls vorhanden, VBA-Makros.

  • Makros: Jede .doc kann VBA enthalten, am Namen sieht man es nicht. Deshalb behandeln Mailfilter .doc-Anhänge misstrauisch. Bei DOCX sind Dateien mit Makros an der Endung .docm erkennbar.
  • Schnellspeicherung: Word 97 bis 2003 bot die Option „Schnellspeicherung zulassen“, die Änderungen nur ans Dateiende anhängte. Gelöschter Text konnte so in der Datei bleiben und mit einem Hex-Editor gelesen werden. Erneutes Speichern ohne Schnellspeicherung oder eine Konvertierung beseitigt diese Reste.
  • Kennwörter: Die Schutzverfahren des Formats (XOR-Verschleierung und RC4) gelten heute als schwach. Für vertrauliche Inhalte taugen sie nicht.

DOC-Dateien heute öffnen

  • Windows und macOS: Microsoft Word öffnet sie im Kompatibilitätsmodus. Kostenlos ist LibreOffice Writer, der Word 97–2003 und auch ältere Word-6.0/95-Dateien liest. Auf dem Mac importiert auch Pages .doc.
  • Linux: LibreOffice Writer.
  • Im Browser: Google Docs wandelt die Datei beim Hochladen um. Word für das Web zeigt sie an, will sie aber vor dem Bearbeiten konvertieren.
  • Smartphone: die Word-App für Android und iOS; zum Ansehen reicht meist die Vorschau der Mail-App.

Typische Probleme

Word blockiert die .doc-Datei oder öffnet sie in der geschützten Ansicht

Dateien aus dem Internet oder aus E-Mails öffnen sich in der geschützten Ansicht; bei vertrauenswürdiger Quelle auf „Bearbeitung aktivieren“ klicken. Verweigert Word das Öffnen ganz, sperren die Einstellungen für den Zugriffsschutz (Datei > Optionen > Trust Center > Einstellungen für das Trust Center > Einstellungen für den Zugriffsschutz) oder die IT ältere Binärformate. LibreOffice öffnet solche Dateien trotzdem.

„Word hat nicht lesbaren Inhalt gefunden“ – .doc beschädigt

Über Datei > Öffnen die Datei markieren und im Pfeil neben „Öffnen“ den Punkt „Öffnen und Reparieren“ wählen. Hilft das nicht, die Datei in LibreOffice öffnen, das aus beschädigten Dateien oft zumindest den Text rettet, und als DOCX speichern.

Die .doc ist gar keine .doc

Viele Webanwendungen und Fachprogramme exportieren „Word-Dateien“, die in Wirklichkeit HTML oder RTF mit der Endung .doc sind. Word öffnet sie kommentarlos, andere Programme zeigen Tags oder Code. Ein Blick mit dem Editor klärt es: Beginnt die Datei mit <html oder {\rtf, ist es genau das. Unser Konverter erkennt den tatsächlichen Inhalt und wandelt solche Dateien in der Regel korrekt um.

Formeln lassen sich nicht bearbeiten

Microsoft hat den Formel-Editor 3.0 im Januar 2018 aus Office entfernt, nachdem er von Schadsoftware ausgenutzt wurde. Damit erstellte Formeln werden als Bild angezeigt, sind im aktuellen Word aber nicht mehr bearbeitbar. LibreOffice kann viele davon in eigene Formelobjekte umwandeln.

DOC-Dateien umwandeln

Zum Weiterbearbeiten im aktuellen Word bietet sich DOC in DOCX umwandeln an, zum Versenden, Drucken oder Archivieren DOC in PDF. Wir konvertieren auf eigenen Servern in Tschechien. Gelesen werden Word 97–2003 und Word 6.0/95, geschrieben wird DOC ebenfalls, falls ein älteres Fachverfahren noch genau das verlangt. Nicht übernommen werden VBA-Makros (DOCX und PDF können keine enthalten) und Dokumente mit Kennwort zum Öffnen; diese zuerst in Word entsperren. Aufwendige Layouts mit frei schwebenden Textfeldern und altem WordArt sollte man nach der Umwandlung prüfen. Siehe auch DOCX, RTF und ODT.

DOC im Überblick

EntwicklerMicrosoft
Standard in WordWord 97 (1997) bis Word 2003
Spezifikation[MS-DOC], veröffentlicht 2008 (Open Specification Promise)
Artbinäres Textdokument, Container OLE Compound File
Kompressionkeine (Bilder im jeweils eigenen Format)
Makrosja, VBA
NachfolgerDOCX (Office Open XML), seit Word 2007
Heute typisch fürAltbestände, Formulare, Exporte aus älteren Systemen

DOC können wir umwandeln in

Dokumente

PDF DOCX ODT TXT HTMLDOCMDOTDOTXFODTOTT RTFUOTABWAWTFOZABW

Bilder

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