Eine WOFF-Datei (Web Open Font Format) ist eine Schrift, die für Websites verpackt wurde. Darin steckt ein gewöhnlicher TrueType- oder OpenType-Font, komprimiert und so aufbereitet, dass ein Browser ihn per CSS @font-face lädt. Meist stammt die Datei aus einem Webfont-Paket einer Schriftgießerei, aus den Dateien einer Website, an der Sie arbeiten, oder aus den Entwicklerwerkzeugen des Browsers. Browser lesen WOFF, Windows und macOS installieren es nicht als Systemschrift.
Entstehung und Normen
WOFF wurde 2009 von Jonathan Kew (Mozilla) zusammen mit den Schriftgestaltern Tal Leming und Erik van Blokland vorgeschlagen: ein Format, das Schriftanbieter für Weblizenzen akzeptieren und alle Browser unterstützen. Firefox 3.6 las es Anfang 2010 als erster Browser, das W3C verabschiedete WOFF 1.0 am 13. Dezember 2012 als Empfehlung. Der Nachfolger WOFF 2.0 ist seit 2018 Empfehlung (aktuelle Ausgabe von 2024). Die Medientypen font/woff und font/woff2 registrierte RFC 8081 im Jahr 2017.
So funktioniert WOFF
- Verpackung, keine neue Schrifttechnik. WOFF nimmt die Tabellen eines TTF- oder OTF-Fonts und komprimiert jede einzeln mit zlib. Entpackt sind die Schriftdaten dieselben wie vorher. Die Konturen können TrueType oder CFF sein, je nach Ausgangsschrift.
- Metadaten. Ein optionaler XML-Block nennt Hersteller, Gestalter und Lizenz, ein optionaler privater Block kann beliebige Daten enthalten. Auf die Darstellung haben beide keinen Einfluss.
- WOFF2 komprimiert mit Brotli und ordnet die Glyphentabellen vorher um, die Dateien sind deutlich kleiner als bei WOFF 1.0. Alle aktuellen Browser unterstützen WOFF2, einfaches WOFF dient heute vor allem als Rückfallebene für alte Browser.
Webfonts sind oft auf eine Teilmenge reduziert (Subsetting): Anbieter oder Website behalten nur die Zeichen, die eine Seite braucht, etwa Basis-Latein. Ein WOFF von einer Website kann deshalb Akzentbuchstaben, Griechisch oder Kyrillisch fehlen, obwohl die Vollversion sie hat.
WOFF öffnen
Den Inhalt zeigt der kostenlose Editor FontForge (Windows, macOS, Linux), alternativ binden Sie die Datei in eine kleine HTML-Seite ein und öffnen sie im Browser. Windows 10 und 11 installieren WOFF nicht als Systemschrift, auch Office und Grafikprogramme können es nicht nutzen. Für den Desktop muss es in OTF oder TTF umgewandelt werden.
Typische Probleme
Windows: WOFF ist keine gültige Schriftartdatei
Stimmt, Webfonts installiert Windows nicht. Wandeln Sie das WOFF in OTF um und wählen Sie dann per Rechtsklick Installieren.
Webfont wird auf der Website nicht geladen
Schauen Sie in die Browserkonsole. Schriften von einer anderen Domain brauchen auf dem Server den Header Access-Control-Allow-Origin, sonst blockiert der Browser sie. Prüfen Sie außerdem den Pfad in @font-face und ob der Server font/woff bzw. font/woff2 sendet.
Nach der Umwandlung fehlen Zeichen
Das WOFF war eine Teilmenge. Zeichen, die nicht in der Datei sind, kann keine Konvertierung zurückholen. Die vollständige Schrift bekommen Sie beim Hersteller.
WOFF konvertieren
Typisch sind WOFF in OTF oder TTF, um die Schrift auf dem Rechner zu installieren, WOFF in WOFF2 für eine schlankere Website und gelegentlich Type 1 (PFB) für alte Software. Unser Konverter baut die Schrift neu auf, statt sie nur zu entpacken. Konturen, Zeichenbreiten, Kerning und OpenType-Features bleiben normalerweise erhalten. Hinting und der WOFF-Metadatenblock nicht unbedingt, und aus TrueType-Konturen in OTF oder aus CFF-Konturen in TTF wird jeweils der andere Kurventyp.
Die Lizenz ist bei WOFF wichtiger als bei jedem anderen Schriftformat. Eine Konvertierung ändert nichts an der Lizenz. Eine Webfont-Lizenz gilt meist nur für bestimmte Websites, und Schriften von fremden Websites sind für diese Website lizenziert, nicht für Sie. Für die Installation am Rechner oder für Drucksachen brauchen Sie eine Desktop-Lizenz. Schriften unter der SIL Open Font License, darunter der Großteil der Google-Fonts-Bibliothek, dürfen Sie konvertieren und frei nutzen.
WOFF im Überblick
| Entwickler | Mozilla, Tal Leming, Erik van Blokland; Normung durch das W3C |
|---|---|
| Erste Version | 2009 (Vorschlag), 2010 (Firefox 3.6) |
| Norm | W3C-Empfehlung 2012, WOFF 2.0 seit 2018 |
| Typ | komprimierte Verpackung für TrueType/OpenType |
| Kompression | zlib pro Tabelle (WOFF2: Brotli) |
| Einsatz | Webfonts per CSS @font-face |