OpenType

.otf · Schriften

Eine OTF-Datei ist eine Schrift im Format OpenType. Fast alle Schriften, die Schriftgießereien heute verkaufen, erscheinen in diesem Format, und ein großer Teil der Systemschriften von Windows und macOS ebenso. Meist steckt die Datei in einem ZIP-Archiv vom Schriftanbieter, stammt aus einer Sammlung freier Fonts oder liegt im Ordner fonts, den eine Agentur mit den Druckdaten mitgeschickt hat. Windows, macOS und Linux installieren OpenType ohne Zusatzsoftware.

Geschichte und Norm

Anfang der 1990er-Jahre gab es zwei Lager: Adobes PostScript-Type-1-Schriften (PFB, PFA) und TrueType von Apple und Microsoft. 1996 kündigten Microsoft und Adobe gemeinsam OpenType an, ein Format, das beide Arten von Konturen aufnehmen kann. Microsoft veröffentlicht die OpenType-Spezifikation (derzeit Version 1.9.1), dieselbe Technik ist als ISO/IEC 14496-22 „Open Font Format“ genormt. Version 1.8 von 2016 brachte variable Schriften: Eine Datei enthält eine stufenlose Reihe von Strichstärken oder Breiten statt einer Datei pro Schnitt.

Aufbau einer OTF-Datei

Ein OpenType-Font besteht aus Tabellen in einer Binärdatei. Für die Konvertierung entscheidend ist die Tabelle mit den Glyphenkonturen:

  • CFF-Konturen (kubische Bézierkurven wie in PostScript). Solche Dateien beginnen mit den Bytes OTTO und tragen üblicherweise die Endung .otf.
  • TrueType-Konturen (quadratische Kurven), meist mit der Endung .ttf, obwohl es ebenfalls OpenType-Fonts sind.

Weitere Tabellen ordnen bis zu 65.535 Glyphen Unicode zu und enthalten Kerning sowie Layout-Features für Ligaturen, Kapitälchen, Mediävalziffern oder die kontextabhängigen Formen, die Arabisch und indische Schriften brauchen. In der Tabelle OS/2 legt der Hersteller die Einbettungsrechte fest: ob die Schrift in PDF oder Dokumente zum Bearbeiten, nur zum Ansehen und Drucken oder gar nicht eingebettet werden darf.

OTF öffnen und installieren

  • Windows 10 und 11: Rechtsklick, Installieren (oder Für alle Benutzer installieren). Danach Word oder Photoshop neu starten, viele Programme lesen die Schriftliste nur beim Start.
  • macOS: Doppelklick öffnet die Vorschau in der Schriftsammlung, ein Klick auf Installieren übernimmt die Schrift.
  • Linux: Datei nach ~/.local/share/fonts kopieren und fc-cache -f ausführen oder die Schriftverwaltung der Desktopumgebung nutzen.
  • Bearbeiten: Der kostenlose Editor FontForge läuft auf allen drei Systemen.

Typische Probleme mit OTF

Windows: OTF ist keine gültige Schriftartdatei

Häufig ist es ein Webfont mit falscher Endung oder eine als .otf gespeicherte HTML-Fehlerseite. Öffnen Sie die Datei im Editor: Ein echtes OTF beginnt mit OTTO oder binären Nullen, eine WOFF-Datei mit wOFF. WOFF muss vor der Installation umgewandelt werden.

Schrift erscheint nicht in Word

Programm schließen und neu öffnen. Bei variablen Schriften zeigen Office und ältere Programme nur die benannten Schnitte, die im Font definiert sind.

Schrift lässt sich nicht in ein PDF einbetten

Das Einbettungsverbot hat der Hersteller gesetzt. Es gehört zu den Lizenzbedingungen und bleibt auch nach einer Konvertierung bestehen.

OTF konvertieren

In TTF wandelt man für Programme um, die nur TrueType akzeptieren (manche ältere Anwendungen, Schneideplotter, Stickprogramme), in WOFF oder WOFF2 für @font-face auf der Website, in Type 1 (PFB, PFA) für einen alten RIP oder eine ältere TeX-Installation. Unser Konverter baut die Schrift aus ihren Konturen neu auf. Was dabei passiert:

  • OTF in TTF: Kubische Kurven werden durch quadratische angenähert. Im Druck sieht man das nicht, die ursprünglichen PostScript-Hints gehen aber verloren, kleine Schrift am Bildschirm kann etwas anders aussehen.
  • OTF in PFB oder PFA: Type 1 adressiert über die Kodierung höchstens 256 Zeichen und kennt keine OpenType-Features. Ligaturen und Kontextformen entfallen, das Kerning landet in einer separaten AFM-Metrikdatei, die wir ebenfalls als Ziel anbieten.
  • Variable Schriften: Das Ergebnis ist ein statischer Font mit einem Schnitt.

Zur Lizenz. Eine Konvertierung ändert nichts an der Lizenz der Schrift. Viele kommerzielle Desktop-Lizenzen verbieten Änderungen oder die Nutzung im Web, dafür ist oft eine eigene Webfont-Lizenz nötig. Schriften unter der SIL Open Font License dürfen in der Regel konvertiert und eingebettet werden. Prüfen Sie die Lizenz, bevor Sie eine umgewandelte Schrift veröffentlichen.

OTF im Überblick

EntwicklerMicrosoft und Adobe
Einführung1996 (Ankündigung), variable Schriften 2016
Aktuelle VersionOpenType 1.9.1, ISO/IEC 14496-22
TypKonturschrift, CFF- oder TrueType-Kurven
Umfangbis 65.535 Glyphen, Unicode
EinsatzSatz und DTP, Betriebssysteme, Ausgangsformat für Webfonts

OTF können wir umwandeln in

Schriften

TTF WOFFWOFF2AFMCFFDFONT PFA PFBSFDT42UFO