Eine PFA-Datei (Printer Font ASCII) ist eine Adobe-PostScript-Type-1-Schrift, die vollständig als Text gespeichert ist. Sie enthält dieselbe Schrift wie eine PFB-Datei, nur in druckbaren Zeichen statt binär. PFA war auf Unix-Workstations üblich und steckt bis heute in Linux-Schriftpaketen, PostScript-Interpretern, TeX-Distributionen und in PostScript-Dateien, die ihre Schriften mitbringen.
So sieht eine PFA-Datei aus
Öffnet man eine PFA im Texteditor, lautet die erste Zeile etwa %!PS-AdobeFont-1.0: Helvetica 001.006. Danach folgt ein gewöhnliches PostScript-Programm:
- Klartext-Kopf mit Schriftname, Familie, Strichstärke, FontMatrix und Kodierung, also der Tabelle, die Glyphen höchstens 256 Zeichencodes zuordnet.
- Verschlüsselter Teil nach dem Schlüsselwort
eexec: Glyphenkonturen (kubische Bézierkurven) und Hints, mit Adobes eexec-Verfahren verschlüsselt und als Hexadezimalziffern geschrieben. - Abschluss aus 512 Nullen und dem Operator
cleartomark.
Hexadezimal braucht zwei Zeichen pro Byte, eine PFA ist daher etwa doppelt so groß wie die PFB mit derselben Schrift. Der Vorteil war praktisch: Reiner Text überstand alte Mailsysteme, FTP im Textmodus und Druckerschnittstellen, die nur 7-Bit-ASCII durchließen. Ein Druckertreiber konnte eine PFA unverändert an einen PostScript-Drucker schicken. Wie PFB enthält auch PFA kein Kerning, die Unterschneidungspaare stehen in einer separaten AFM-Datei.
Geschichte und heutiger Stand
Type 1 stammt von Adobe aus der Mitte der 1980er-Jahre. 1990 veröffentlichte Adobe die Type-1-Spezifikation, die auch die hexadezimale Form der PFA beschreibt. Die ganze Formatfamilie ist inzwischen veraltet: Adobe-Programme akzeptieren Type 1 seit Anfang 2023 nicht mehr, Microsoft Office für Windows nutzt sie seit Office 2013 nicht, und Microsoft hat angekündigt, dass künftige Windows-Versionen sie entfernen. Einzelheiten stehen auf unserer PFB-Seite. Unter Linux rendert FreeType Type 1 weiterhin und PostScript-Interpreter nutzen sie noch, LibreOffice ignoriert Type-1-Schriften jedoch seit 2017.
PFA öffnen und bearbeiten
- Jeder Texteditor zeigt den Kopf, Name und Version der Schrift lassen sich also ohne Spezialsoftware ablesen.
- FontForge (Windows, macOS, Linux, kostenlos) öffnet PFA, zeigt die Glyphen und speichert in moderne Formate.
- Windows installiert PFA überhaupt nicht. Type 1 nimmt es nur als Paar aus PFM und PFB an, eine PFA muss vorher umgewandelt werden.
PFA umwandeln
PFA und PFB tragen identische Daten, eine Umwandlung zwischen beiden verliert nichts. Für den Alltag ist aber OTF das bessere Ziel: Windows, macOS und aktuelle Grafikprogramme installieren es direkt, und seine CFF-Konturen nutzen dieselben Kurven und Hints wie Type 1. Unser Konverter baut die Schrift neu auf. Das Ergebnis hat die Konturen und Zeichenbreiten des Originals, aber kein Kerning, weil es in der PFA nie gespeichert war. Haben Sie auch die AFM-Datei, wird der Satz gleichmäßiger, wenn Sie sie in einem Schrifteditor einbinden. Für Websites wählen Sie WOFF.
Die Konvertierung ändert nichts an der Lizenz. Schriften, die mit Linux kommen, etwa die URW-Nachbauten der PostScript-Standardschriften, stehen unter freien Lizenzen. Kommerzielle Type-1-Schriften verbieten Bearbeitungen dagegen oft. Lesen Sie zuerst die Lizenz.
PFA im Überblick
| Entwickler | Adobe |
|---|---|
| Einführung | Mitte der 1980er-Jahre (Type 1), Spezifikation offen seit 1990 |
| Typ | PostScript-Type-1-Konturschrift, Textform (hexadezimal) |
| Kodierung | bis 256 Zeichen gleichzeitig |
| Status | veraltet, binärer Zwilling PFB, Nachfolger OpenType CFF |
| Typischer Fundort | Linux-Schriftpakete, TeX, PostScript-Dateien |