Printer Font Binary

.pfb · Schriften

Eine PFB-Datei (Printer Font Binary) ist eine Adobe-PostScript-Type-1-Schrift in binärer, kompakter Form. In den 1980er- und 1990er-Jahren war das der Standard im professionellen Satz. Deshalb tauchen PFB-Dateien heute auf alten Schrift-CDs, in Archiven von Agenturen und Druckereien, in der Druckvorstufe und in TeX-Distributionen auf. Unter Windows gehört fast immer eine gleichnamige PFM-Datei dazu. Seit 2023 lehnen die meisten Programme, die diese Schriften früher nutzten, sie ab. Das ist der häufigste Grund für eine Konvertierung.

Geschichte von Type 1

Adobe entwickelte Type 1 Mitte der 1980er-Jahre zusammen mit der Seitenbeschreibungssprache PostScript. Anfangs war das Format geheim, voll gehintete Type-1-Schriften konnte nur Adobe herstellen. Nachdem Apple und Microsoft TrueType angekündigt hatten, legte Adobe 1990 die Spezifikation offen, und der Adobe Type Manager brachte scharfe Bildschirmdarstellung auf Mac und Windows. Seit den 1990er-Jahren hat sich das Format nicht mehr verändert. Nachfolger ist OpenType mit CFF-Konturen, laut Adobe eine kompakte Darstellung von Type 1.

Ende der Unterstützung

  • Adobe: Photoshop unterstützt Type 1 seit Version 23.0 (Oktober 2021) nicht mehr, Illustrator 27.3, InDesign 18.2 sowie die Video- und Audio-Apps folgten Anfang 2023, wie Adobe 2021 angekündigt hatte. Installierte Type-1-Schriften verschwinden aus den Menüs, Dokumente melden sie als fehlend. Acrobat und Reader zeigen PDFs mit eingebetteten Type-1-Schriften weiterhin an.
  • Microsoft Office: Office für Windows nutzt Type 1 seit Office 2013 nicht mehr, Microsoft 365 für Mac seit 2023.
  • Windows: 2024 hat Microsoft Type 1 auf die Liste veralteter Funktionen gesetzt. Windows 10 und 11 installieren die Schriften noch, künftige Versionen nicht mehr.
  • LibreOffice verwendet Type 1 seit Version 5.3 (2017) nicht mehr.

Aufbau einer PFB-Datei

Eine Type-1-Schrift ist ein PostScript-Programm. Der Kopf mit Name und Kodierung ist Klartext, die Glyphenkonturen (kubische Bézierkurven mit Hints) sind mit Adobes eexec-Verfahren verschlüsselt. PFB speichert den verschlüsselten Teil binär und trennt die Abschnitte durch kurze Segmentköpfe. Der Text-Zwilling PFA enthält dieselben Daten hexadezimal und ist etwa doppelt so groß. Eine Type-1-Schrift kann mehr Glyphen enthalten, die Kodierung erreicht aber höchstens 256 gleichzeitig. Darum gab es für osteuropäische Sprachen oft eigene „CE“-Fassungen.

Die PFB enthält Konturen und Zeichenbreiten, aber kein Kerning. Unterschneidungspaare und weitere Metriken stehen in einer eigenen Datei: PFM unter Windows, AFM unter Unix und in TeX. Type-1-Schriften für den Mac sind anders aufgebaut, als LWFN-Datei mit Koffer (Suitcase), ohne Endung .pfb.

PFB öffnen und installieren

Unter Windows 10 und 11 installiert man die PFM-Datei (Rechtsklick, Installieren), die PFB muss im selben Ordner liegen. Linux rendert Type 1 über FreeType, TeX bindet PFB-Dateien über Map-Dateien direkt ein. Ansehen und bearbeiten lässt sich die Schrift im kostenlosen FontForge.

Typische Probleme

Type-1-Schrift fehlt in InDesign, Illustrator oder Photoshop

Die Schrift ist installiert, die App ignoriert sie. Ersetzen Sie sie durch die OpenType-Version des Herstellers oder wandeln Sie die PFB in OTF um. In InDesign und Illustrator tauschen Sie die fehlende Schrift dann über Schriftart suchen aus. Prüfen Sie anschließend die Zeilenumbrüche, kleine Unterschiede in der Laufweite können Text verschieben.

Windows installiert die PFB nicht

Windows installiert Type 1 über die PFM-Datei und braucht die PFB daneben. Wenn Sie nur die PFB haben, konvertieren Sie sie in OTF.

Alte und neue Fassung kommen sich in die Quere

Trägt das konvertierte OTF denselben Namen wie die installierte Type-1-Schrift, deinstallieren Sie zuerst die alte.

PFB umwandeln

Am sinnvollsten ist PFB in OTF. Type 1 und CFF nutzen dieselbe Art von Kurven und Hints, daher übernimmt unser Konverter die Konturen ohne Annäherung. Bei TTF werden die Kurven durch quadratische ersetzt. Für die Website ist WOFF das passende Ziel. Beachten Sie:

  • Wir konvertieren die eine hochgeladene Datei. Das Kerning aus PFM oder AFM ist nicht darin enthalten, das Ergebnis hat korrekte Zeichenbreiten, aber keine Unterschneidungspaare.
  • Die Umwandlung ergänzt keine Zeichen, die die Schrift nie hatte. Umlaute und ß gehören zum Standardzeichensatz westlicher Type-1-Schriften, polnische oder tschechische Buchstaben dagegen oft nur zu eigenen „CE“-Fassungen.
  • Die Konvertierung ändert nichts an der Lizenz. Viele Type-1-Lizenzen aus den 1990er-Jahren erlauben keine Bearbeitung. Manche Hersteller bieten die OpenType-Fassung kostenlos oder vergünstigt an, fragen Sie bei kommerziellen Schriften zuerst dort nach.

PFB im Überblick

EntwicklerAdobe
EinführungMitte der 1980er-Jahre, Spezifikation offen seit 1990
Statusveraltet, in Adobe-Apps seit 2023 nicht mehr unterstützt
TypPostScript-Type-1-Konturschrift, binäre Form
BegleitdateienPFM (Windows), AFM (Metriken)
NachfolgerOpenType CFF (.otf)

Spezifikation: Adobe Type 1 Font Format.

PFB können wir umwandeln in

Schriften

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