HTML (HyperText Markup Language) ist die Sprache, in der jede Webseite geschrieben ist. Als Datei, .html oder .htm, begegnet sie einem vor allem in drei Fällen: als mit Strg+S gespeicherte Webseite, als Anhang von Bank, Onlineshop oder Buchungssystem (Kontoauszüge, Belege, Newsletter) und als Export anderer Programme, etwa Lesezeichen aus dem Browser oder Berichte aus Buchhaltungs- und Testwerkzeugen.
Herkunft und Versionen
Tim Berners-Lee schlug das World Wide Web 1989 am CERN vor und beschrieb 1991 den ersten Satz HTML-Tags. Der erste formale Standard war HTML 2.0, 1995 von der IETF als RFC 1866 veröffentlicht. Das W3C folgte mit HTML 3.2 (1997), HTML 4.01 (1999), dem strengeren, auf XML basierenden XHTML 1.0 (2000) und HTML5 (2014). Seit 2019 gibt es nur noch einen HTML-Standard: den HTML Living Standard der WHATWG, eines Zusammenschlusses der Browserhersteller. Er wird laufend fortgeschrieben statt in nummerierten Versionen veröffentlicht.
Was eine HTML-Datei enthält und was nicht
Eine HTML-Datei ist reiner Text mit Tags wie <p>, <table> oder <a href="…">. Sie beschreibt Struktur und Text. Alles andere liegt meist woanders:
- Bilder, Stylesheets und Skripte werden nur per Adresse eingebunden. Speichert der Browser eine Seite „vollständig“, legt er neben der .html-Datei einen Ordner
…_filesbzw.…-Dateienmit diesen Ressourcen an. Wer die HTML-Datei ohne den Ordner verschiebt, verliert Bilder und Layout. - Einzeldatei-Varianten: Bilder lassen sich als
data:-URI direkt einbetten, und Chrome und Edge speichern eine Seite auf Wunsch als „Webseite, einzelne Datei“ im MHTML-Format (.mhtml), das alles in eine Datei packt. - Kodierung: Eine Zeile wie
<meta charset="utf-8">sagt dem Browser, wie er die Zeichen lesen soll. Fehlt sie, werden Umlaute womöglich falsch angezeigt. - Aktive Inhalte: Eine HTML-Datei kann JavaScript ausführen und Formulare enthalten, die Daten an beliebige Server schicken. Phishing-Mails nutzen gern HTML-Anhänge, die eine Anmeldeseite nachahmen. HTML-Anhänge von Unbekannten mit Vorsicht öffnen und in einer aus einer Datei geöffneten Seite nie ein Passwort eingeben.
HTML öffnen und bearbeiten
- Ansehen: jeder Browser auf jedem System. Doppelklick auf die Datei oder ins Browserfenster ziehen.
- Code bearbeiten: Windows-Editor, TextEdit im Modus für reinen Text oder kostenlose Editoren wie Visual Studio Code, die Tags hervorheben und die Syntax prüfen.
- Als Dokument bearbeiten: Microsoft Word und LibreOffice Writer öffnen einfache HTML-Seiten als bearbeitbares Dokument.
- Smartphone: Unter Android die Datei aus der Dateien-App im Browser öffnen. Auf dem iPhone zeigt die Dateien-App eine Vorschau; für die volle Darstellung über das Teilen-Menü in einem Browser öffnen, sofern angeboten.
Typische Probleme
HTML-Datei öffnet sich im Editor statt im Browser
Die Dateizuordnung hat sich geändert, oft nach der Installation eines Editors. Rechtsklick auf die Datei, „Öffnen mit“, Browser wählen und als Standard festlegen.
Gespeicherte Webseite ohne Bilder oder zerschossen
Der Ressourcenordner fehlt oder wurde umbenannt, oder die Seite lädt ihre Inhalte per JavaScript vom Server nach. Die Seite stattdessen als einzelne Datei (MHTML) speichern oder aus dem Browser als PDF drucken.
Zeichensalat statt Umlauten
Die Seite hat keine oder eine falsche Zeichensatzangabe. <meta charset="utf-8"> im <head> ergänzen und die Datei als UTF-8 speichern.
HTML umwandeln
Soll eine Seite genau so aussehen wie im Browser, ist der Druck aus dem Browser (Drucken > Als PDF speichern) der originalgetreueste Weg. Unser Konverter behandelt HTML als Dokument: Er übernimmt Text, Überschriften, Listen, Tabellen und Links und macht daraus DOCX, ODT, RTF, PDF, EPUB, Markdown oder reinen Text. Das funktioniert gut bei Berichten, exportierten Tabellen, E-Mail-Texten und einfachen Artikeln. JavaScript wird dabei nicht ausgeführt, moderne CSS-Layouts werden vereinfacht, und Bilder oder Stylesheets, die aus dem Web oder aus einem separaten Ressourcenordner kommen, fehlen im Ergebnis, weil nur die hochgeladene Datei verarbeitet wird. Umgekehrt lassen sich DOCX-, ODT- oder RTF-Dokumente in HTML umwandeln, mit sauberem UTF-8-Markup für Website oder E-Mail.
HTML im Überblick
| Urheber | Tim Berners-Lee, CERN (1989–1991) |
|---|---|
| Gepflegt von | WHATWG (HTML Living Standard), früher IETF und W3C |
| Erster Standard | HTML 2.0, RFC 1866 (1995) |
| Art | textbasierte Auszeichnungssprache |
| Medientyp | text/html; empfohlene Kodierung UTF-8 |
| Kompression | in der Datei keine (Server komprimieren bei der Übertragung) |
| Typisch für | Webseiten, E-Mail-Inhalte, Belege und Kontoauszüge, exportierte Berichte |
Technische Beschreibung von HTML5: Library of Congress.