Eine .txt-Datei enthält nur Zeichen: keine Schriftarten, kein Fett, keine Bilder, kein Seitenlayout. Genau das ist ihre Stärke. Eine 1985 geschriebene Textdatei lässt sich heute mit jedem Editor auf jedem Gerät lesen und wird es auch in fünfzig Jahren noch. TXT-Dateien begegnen einem als README zu Programmen, als Protokolle, exportierte Notizen, Listen vom Handy oder Ausgaben älterer Systeme.
Eine Datei ohne Format
Genau genommen ist TXT kein Format, sondern eine Konvention. Die Endung sagt „das ist Text“ und sonst nichts; es gibt keinen Dateikopf, keine Version und keine eigene Norm. Im Internet trägt solcher Inhalt den Medientyp text/plain nach RFC 2046. Ob eine Textdatei richtig angezeigt wird, hängt an zwei unsichtbaren Eigenschaften: Zeichenkodierung und Zeilenenden.
Zeichenkodierung
Computer speichern Zahlen, und die Kodierung legt fest, welche Zahl welcher Buchstabe ist. Die ersten 128 Zeichen (ASCII, 1963) sind überall gleich, Umlaute und ß gehören nicht dazu. Für sie gab es jahrzehntelang mehrere Tabellen: Windows-1252 unter Windows, ISO 8859-1 und 8859-15 unter Linux und im Web, zu DOS-Zeiten Codepage 850. Die Datei verrät nicht, welche Tabelle sie verwendet.
Heute ist UTF-8 der Standard (RFC 3629). Es deckt alle Schriften ab, und reiner ASCII-Text ist unverändert gültiges UTF-8. Manche Programme setzen drei unsichtbare Bytes EF BB BF an den Anfang. Diese Byte-Order-Mark (BOM) hilft Editoren beim Erkennen, kann aber Skripte und manche Importfunktionen stören. Der Windows-Editor speichert neue Dateien seit Windows 10 Version 1903 (2019) als UTF-8 ohne BOM, vorher als Windows-1252 („ANSI“).
Zeilenenden
Windows beendet eine Zeile mit zwei Steuerzeichen (CR LF), Linux und macOS mit einem (LF), das klassische Mac OS vor 2001 nutzte CR allein. Zwischen Systemen verschobene Dateien erscheinen dann als eine endlose Zeile oder mit zusätzlichen Leerzeilen. Der Windows-Editor versteht Unix-Zeilenenden seit Windows 10 Version 1809, ältere Werkzeuge nicht.
TXT öffnen und bearbeiten
- Windows: Editor (Notepad); für große Dateien und Kodierungsfragen kostenlose Editoren wie Notepad++ oder Visual Studio Code.
- macOS: TextEdit (bei neuen Dateien Format > In reinen Text umwandeln), BBEdit, VS Code.
- Linux: jeder Editor: gedit, Kate, nano, vim.
- Smartphone: Die eingebauten Dateibetrachter von Android und iOS zeigen TXT an; zum Bearbeiten genügt jede Notiz- oder Editor-App.
Typische Probleme
TXT zeigt Zeichensalat statt Umlauten
Typisch ist „ü“ statt „ü“ oder „ß“ statt „ß“. Die Datei ist UTF-8, das Programm hat sie aber als Windows-1252 gelesen. Im umgekehrten Fall, einer alten ANSI-Datei als UTF-8 geöffnet, erscheinen Ersatzzeichen wie „�“. Der Text selbst ist nicht beschädigt. In einem Editor öffnen, der die Wahl der Kodierung erlaubt (in Notepad++ das Menü Kodierung, in LibreOffice Datei > Öffnen mit dem Dateityp „Text – Kodierung auswählen“), die richtige einstellen und als UTF-8 speichern.
Alles steht in einer Zeile
Unix-Zeilenenden in einem alten Windows-Programm. Die Datei in einem aktuellen Editor öffnen und neu speichern oder in Notepad++ über das Menü Bearbeiten die Zeilenenden umwandeln.
Die TXT-Datei ist zu groß zum Öffnen
Protokolle mit mehreren hundert Megabyte überfordern den Editor und Textverarbeitungen. Einen Editor für große Dateien nutzen oder unter Linux und macOS less.
TXT umwandeln
TXT wird oft in PDF umgewandelt, um eine feste Fassung zu drucken oder einzureichen, in DOCX oder ODT, um mit Formatierung weiterzuarbeiten, oder in EPUB, um längere Texte auf dem E-Reader zu lesen. Unser Konverter setzt den Text in Standardschrift und Standardseitengröße; das Ergebnis lässt sich weiter gestalten. Mit Umlauten liefert UTF-8 als Eingabe die zuverlässigsten Ergebnisse. Umgekehrt lässt sich jedes DOCX-, ODT-, RTF- oder HTML-Dokument und jedes E-Book auf reinen Text reduzieren; unsere TXT-Ausgabe ist immer UTF-8. Auch ein PDF mit Textebene lässt sich in TXT umwandeln, ein Scan oder Foto einer Seite durchläuft dagegen eine Texterkennung (OCR): Wir lesen den Text der ersten Seite bzw. des Bildes, Umlaute eingeschlossen.
TXT im Überblick
| Entwickler | keiner; Konvention so alt wie die EDV |
|---|---|
| Medientyp | text/plain (RFC 2046) |
| Empfohlene Kodierung | UTF-8 (RFC 3629), mit oder ohne BOM |
| Zeilenenden | CR LF (Windows), LF (Linux, macOS) |
| Formatierung, Bilder | keine |
| Kompression | keine |
| Typisch für | Notizen, README-Dateien, Protokolle, Konfiguration, Datenexporte |