In TIFF speichern Scanner, Bildarchive und die Druckvorstufe ihre Bilder: verlustfrei, mit hoher Farbtiefe und Farbprofil. Entsprechend groß sind die Dateien. Ein unkomprimierter DIN-A4-Farbscan mit 300 dpi hat 2480 × 3508 Pixel und rund 26 MB, zu viel für viele E-Mail-Anhänge und Upload-Formulare von Behörden. Viele Handy-Galerien und Webdienste zeigen TIFF gar nicht an. Als JPG ist dasselbe Bild meist ein Zehntel so groß oder kleiner und lässt sich überall öffnen.
Ein Format aus der Scanner-Frühzeit
Aldus veröffentlichte die erste TIFF-Spezifikation 1986, damit sich die Hersteller der ersten Desktop-Scanner auf ein Dateiformat einigen. Revision 6.0 vom Juni 1992 ist bis heute aktuell; die Spezifikation gehört Adobe, seit Adobe Aldus übernommen hat. TIFF ist kein festes Layout, sondern ein Container aus markierten Feldern („Tags“). Eine .tif-Datei kann daher fast alles enthalten: 1-Bit-Faxseiten mit CCITT-Group-4-Kompression, Fotos in RGB oder CMYK mit 8, 16 oder 32 Bit pro Kanal, mehrere Seiten, Transparenz, sogar Photoshop-Ebenen. Klassisches TIFF nutzt 32-Bit-Dateiadressen und ist deshalb auf 4 GB begrenzt; größere Dateien verwenden die Variante BigTIFF.
Genau diese Flexibilität macht TIFF beliebt fürs Archiv, und genau deshalb braucht man zum Weitergeben oft ein JPG.
Was bei der Umwandlung passiert
- Kompression: umgewandelt wird auf unseren eigenen Servern in Tschechien. Gelesen werden alle üblichen TIFF-Kompressionen: keine, LZW, ZIP, PackBits, JPEG und CCITT-Fax.
- Nur die erste Seite. Aus einem mehrseitigen TIFF (Fax, gescanntes Dokument) entsteht ein JPG mit Seite 1. Sollen alle Seiten erhalten bleiben, wandeln Sie das TIFF in PDF um; dabei werden alle Seiten übernommen.
- Ebenen werden reduziert. Photoshop speichert ebenenbasierte TIFFs zusammen mit einem zusammengefügten Gesamtbild, und dieses erhalten Sie. Die Ebenen selbst bleiben nicht erhalten.
- 8 Bit pro Kanal. JPEG kann keine 16 oder 32 Bit speichern, die Tonwerte werden auf 8 Bit reduziert. Zum Ansehen und Drucken genügt das; für weitere starke Bearbeitung behalten Sie das TIFF.
- CMYK bleibt CMYK. Wir rechnen keine Farbräume um. Aus einem CMYK-TIFF wird ein CMYK-JPG mit Farbprofil. Browser zeigen es an, manche Upload-Formulare und ältere Programme lehnen CMYK-JPGs aber ab oder zeigen falsche Farben. Für das Web wandeln Sie die Farben vorher in einem Bildprogramm nach RGB um.
- Transparenz wird weiß, JPG hat keinen Alphakanal.
- Die Auflösung bleibt. Pixelmaße und dpi-Angabe bleiben unverändert, die Qualität ist 90. Bilder bis 30.000 Pixel pro Seite werden angenommen.
- Metadaten: ICC-Farbprofil, XMP und IPTC-Beschreibungen werden übernommen. Kamera-EXIF-Daten in den TIFF-eigenen Tags landen in der Regel nicht im JPG.
Typische Probleme und Lösungen
Aus einem mehrseitigen TIFF wurde nur ein JPG
Ein JPG enthält genau ein Bild. Wandeln Sie die Datei in PDF um, dann bleiben alle Seiten in einem Dokument, oder teilen Sie das TIFF vorher in einem Bildprogramm in einzelne Seiten auf.
Falsche Farben nach der Umwandlung eines CMYK-TIFF
Das JPG ist weiterhin CMYK. Programme ohne Farbmanagement stellen CMYK schlecht dar, mit übersättigten oder invertierten Farben. Rechnen Sie das Bild in einem Bildprogramm mit dem richtigen Profil nach RGB um und konvertieren Sie dann in JPG.
Schwarzweiß-Scan ist plötzlich groß und grau
Ein 1-Bit-Fax oder Dokumentenscan lässt sich in TIFF extrem gut komprimieren. Als JPG wird daraus ein Graustufenbild mit weichen Buchstabenkanten, und die Datei kann wachsen. Für Textscans ist PDF oder PNG meist das bessere Ziel; JPG ist für Fotos gedacht.
TIFF öffnet sich nicht am Handy oder im Browser
Außer Safari zeigen Browser TIFF in der Regel nicht an, und viele Android-Galerien überspringen es. Für die Ansicht auf beliebigen Geräten ist JPG die sichere Wahl.
Andere Wege
- Windows: TIFF in Paint öffnen, Speichern unter › JPEG-Bild. Paint zeigt bei mehrseitigen Dateien nur die erste Seite.
- macOS: Vorschau, Ablage › Exportieren, Format JPEG.
- Photoshop, GIMP, Affinity: volle Kontrolle über die CMYK-RGB-Umrechnung und das Schärfen.
Der Konverter hilft, wenn ein Ordner voller Scans verschickt werden soll und kein Bildprogramm zur Hand ist, unter Linux oder auf dem Chromebook, oder wenn das TIFF aus einer ungewöhnlichen Quelle stammt, etwa einem Mikroskop oder Dokumentenscanner. Bis zu 10 Dateien gleichzeitig, je bis 100 MB, Ergebnisse als ein ZIP.
TIFF und JPG im Vergleich
| TIFF | JPG | |
|---|---|---|
| Kompression | keine oder verlustfrei (LZW, ZIP), optional JPEG | verlustbehaftet |
| Farbtiefe | 1 bis 32 Bit pro Kanal | 8 Bit |
| Farbräume | Graustufen, RGB, CMYK, Lab u. a. | Graustufen, RGB, CMYK (eingeschränkt unterstützt) |
| Seiten und Ebenen | ja | nein |
| Typischer Einsatz | Scannen, Archiv, Druck | Weitergabe, Web, E-Mail |
Mehr dazu: die Beschreibung von TIFF 6.0 der Library of Congress (englisch) und unsere Seiten zu den Formaten TIFF und JPG. Kamera-Rohdaten wandeln Sie mit CR2 in JPG oder NEF in JPG um.