JPG, auch als .jpeg, .jpe oder .jfif gespeichert, ist seit über dreißig Jahren das Standardformat für Fotos. Kameras, Android-Handys, Websites, Onlineshops und E-Mail-Programme setzen darauf. Die Kompression ist verlustbehaftet: Details, die das Auge kaum vermisst, werden verworfen. Ein Foto mit 12 Megapixeln, das unkomprimiert rund 36 MB belegen würde, schrumpft so auf 3 bis 5 MB. Ihre JPG-Datei stammt also sehr wahrscheinlich aus Smartphone oder Kamera, aus dem Web, aus einem Messenger oder vom Scanner.
Herkunft
Der Name gehört der Joint Photographic Experts Group, einem gemeinsamen Gremium von ISO und CCITT (heute ITU-T), das 1986 die Arbeit aufnahm. Das Ergebnis erschien 1992 als ITU-T-Empfehlung T.81 und 1994 als ISO/IEC 10918-1. Diese Norm beschreibt allerdings nur die Kompression. Die Datei selbst ist ein Container: entweder JFIF, 1992 von Eric Hamilton bei C-Cube Microsystems verfasst und später als ISO/IEC 10918-5 genormt, oder Exif, das die japanische Kameraindustrie 1995 für Kameradateien einführte. JPEG 2000, WebP, HEIC, AVIF und JPEG XL komprimieren effizienter, verdrängt hat JPG trotzdem keines davon. Jedes Gerät kann es lesen.
Technik in Kürze
- Helligkeit und Farbe getrennt. Das Bild wird nach YCbCr umgerechnet, die Farbanteile meist mit halber Auflösung gespeichert (Chroma-Subsampling 4:2:0). Das Auge reagiert auf Helligkeitsdetails deutlich stärker als auf Farbe.
- Blöcke mit 8 × 8 Pixeln. Jeder Block durchläuft die diskrete Kosinustransformation, feine Frequenzen werden gerundet. Wie grob, bestimmt die Qualitätsstufe (meist 0 bis 100). Hier gehen Daten verloren, bei niedriger Qualität entstehen die bekannten Klötzchen.
- 8 Bit pro Kanal, 16,7 Millionen Farben, höchstens 65.535 × 65.535 Pixel. Einen 12-Bit-Modus kennt die Norm, genutzt wird er kaum.
- Keine Transparenz, keine Ebenen, keine Animation. Logos mit transparentem Hintergrund gehören in PNG oder WebP.
- Metadaten: Exif (Kamera, Objektiv, Belichtung, Datum, oft GPS-Position), Ausrichtungs-Tag, ICC-Farbprofil, XMP und IPTC-Bildunterschriften.
Jedes erneute Speichern als JPG komprimiert erneut. Wer oft bearbeitet und speichert, verschlechtert das Bild schleichend. Behalten Sie das Original und speichern Sie erst am Ende einmal als JPG.
JPG öffnen und bearbeiten
Jedes System öffnet JPG ohne Zusatzsoftware: die Fotos-App unter Windows, Vorschau und Fotos auf dem Mac, der Bildbetrachter jeder Linux-Oberfläche und die Galerie auf dem Handy. Zum Bearbeiten gibt es kostenlos GIMP und Krita, kommerziell Photoshop oder Affinity Photo. Ohne erneute Kompression drehen lässt sich ein JPG mit jpegtran oder mit Betrachtern, die verlustfreie JPEG-Rotation anbieten, etwa IrfanView oder XnView MP.
Typische Probleme
JPG-Foto liegt auf der Seite
Die Kamera hat die Pixel so gespeichert, wie sie aufgenommen wurden, und die Drehung nur ins Exif geschrieben. Programme, die das Tag ignorieren, zeigen das Bild gekippt. Unser Konverter dreht die Pixel selbst, das Ergebnis steht also überall richtig.
JPG lässt sich nicht öffnen oder ist angeblich beschädigt
Prüfen Sie zuerst, ob es wirklich ein JPG ist. Handys verschicken oft HEIC-Fotos und Browser speichern WebP-Bilder mit der Endung .jpg. Eine HEIC-Datei enthält kurz nach dem Anfang die Zeichen ftyp, WebP beginnt mit RIFF, ein echtes JPG mit den Bytes FF D8. Benennen Sie die Datei passend um und konvertieren Sie sie als dieses Format. Fehlt unten ein Teil des Fotos oder ist dort eine graue Fläche, ist die Datei abgeschnitten, meist durch einen abgebrochenen Download oder eine defekte Speicherkarte. Die fehlenden Daten lassen sich nicht zurückholen, nur der sichtbare Teil.
Farben wirken falsch oder sehr dunkel
JPG kann auch CMYK-Daten für den Druck enthalten. Manche Betrachter zeigen solche Dateien mit seltsamen Farben. Wandeln Sie die Datei im Bildeditor nach RGB um oder bitten Sie die Druckerei um einen RGB-Export.
Text im Screenshot ist verwaschen
Die JPG-Kompression verschmiert scharfe Kanten. Screenshots, Diagramme und Logos speichert man besser als PNG, siehe JPG in PNG umwandeln (das stoppt weitere Verluste, macht sie aber nicht rückgängig).
JPG umwandeln
Üblich ist die Umwandlung in PDF für Behörden und Upload-Portale (JPG in PDF), in PNG zur Weiterbearbeitung und in WebP oder AVIF für kleinere Bilder im Web. In JPG konvertiert werden vor allem HEIC, WebP, PNG, PDF und Kamera-RAW wie CR2 oder NEF. Unser Konverter speichert JPG mit Qualität 90. Transparente Bereiche werden weiß, bei mehrseitigen oder animierten Quellen wird nur die erste Seite bzw. das erste Bild übernommen, Metadaten entfernen wir nicht absichtlich. Die Bildgröße bleibt unverändert. Verlangt ein Portal eine kleinere Datei, verkleinern Sie das Bild vorher in der Fotos-App (Windows) oder in Vorschau (macOS).
JPG auf einen Blick
| Entwickelt von | Joint Photographic Experts Group (ISO/IEC JTC 1 und ITU-T) |
|---|---|
| Erste Version | 1992 (ITU-T T.81), ISO/IEC 10918-1 im Jahr 1994 |
| Dateicontainer | JFIF (ISO/IEC 10918-5), Exif |
| Typ | Rastergrafik |
| Kompression | verlustbehaftet (DCT), verlustfreie Modi kaum verbreitet |
| Farbtiefe | 8 Bit pro Kanal, Graustufen, RGB oder CMYK |
| Typische Nutzung | Fotos, Web, E-Mail, Kameras |
Spezifikationen: jpeg.org, ITU-T T.81 und die Formatbeschreibung JFIF 1.02 der Library of Congress.