BMP, auch DIB (Device-Independent Bitmap), ist das native Rasterformat von Windows. Es speichert Pixel fast genau so, wie sie im Arbeitsspeicher liegen, meist ohne Kompression. Deshalb ist es leicht zu lesen und zu schreiben und zugleich sehr groß: Ein Full-HD-Bild in 24-Bit-Farbe belegt rund 6 MB, egal was darauf zu sehen ist. BMP-Dateien stammen heute vor allem aus älterer Windows-Software, aus Messgeräten und Industriemaschinen, von Scannern mit Standardeinstellung und aus Projekten für Mikrocontroller und kleine Displays, wo ein einfaches Format ohne Decoder ein Vorteil ist.
Geschichte
Bitmaps reichen bis zu den ersten Windows-Versionen zurück, das Dateiformat in heutiger Form entstand aber um 1988 bis 1990, als Microsoft und IBM die geräteunabhängige Bitmap für OS/2 und Windows 3.0 festlegten. Der Header wuchs mit jeder Windows-Generation: OS/2 1.x nutzte 12 Byte, Windows 3.0 brachte den 40 Byte langen BITMAPINFOHEADER, den die meisten Programme bis heute schreiben, Windows 95 den V4-Header mit Farbmasken und Farbraum und Windows 98 den V5-Header mit ICC-Profilen. Eine ISO-Norm gibt es nicht, maßgeblich ist die Dokumentation von Microsoft.
Aufbau einer BMP-Datei
- Dateikopf mit 14 Byte, beginnend mit den Buchstaben
BM, danach der DIB-Header (12, 40, 108 oder 124 Byte), gegebenenfalls eine Palette und schließlich die Pixelzeilen. - Zeilen von unten. Die erste gespeicherte Zeile ist der untere Bildrand, außer die Höhe steht als negative Zahl im Header. Jede Zeile wird auf ein Vielfaches von 4 Byte aufgefüllt. Diese zwei Details erklären die meisten Fehler à la „BMP steht auf dem Kopf“ oder „BMP ist verzerrt“ in selbst geschriebenem Code.
- Farbtiefe 1, 4 oder 8 Bit mit Palette, dazu 16, 24 und 32 Bit direkt. Die V5-Dokumentation erlaubt auch 64 Bit.
- Kompression ist optional und simpel: RLE für 4- und 8-Bit-Bilder. Varianten mit eingebettetem JPEG oder PNG gibt es nur für Druckertreiber. Die meisten BMPs sind unkomprimiert.
- Transparenz ist in 32-Bit-Dateien mit V4/V5-Header möglich, wird aber uneinheitlich unterstützt. Viele Programme ignorieren das vierte Byte oder halten es für Füllung.
- Keine Metadaten wie Datum, Autor oder Exif. Nur die Auflösung in Pixeln pro Meter und ab V5 ein ICC-Profil.
BMP öffnen und bearbeiten
Windows öffnet BMP in Fotos und Paint, macOS in Vorschau, Linux in jedem Bildbetrachter, und auch Smartphones zeigen es meist an. Zum Bearbeiten eignen sich GIMP, Paint.NET oder Photoshop. Braucht ein Gerät eine bestimmte Variante, hilft GIMP: 16-Bit-RGB565 für kleine Displays steht direkt in den BMP-Exportoptionen, für 8- oder 1-Bit-Dateien stellt man das Bild vorher auf indizierte Farben um.
Typische Probleme
BMP-Datei ist riesig
So funktioniert BMP. Eine Umwandlung in PNG lässt jedes Pixel unverändert und braucht meist nur einen Bruchteil des Platzes, bei Screenshots und Zeichnungen oft weniger als ein Zehntel. Für Fotos ist JPG noch kleiner.
Transparenter Hintergrund ist weg
Das Programm, das die BMP gespeichert oder geöffnet hat, hat das Alpha-Byte nicht ausgewertet. Für alles mit Transparenz ist PNG die richtige Wahl. Unser Konverter schreibt BMP ohne Alphakanal, transparente Bereiche werden weiß gefüllt.
Gerät oder Spiel akzeptiert die BMP nicht
Ältere Software und Firmware erwarten oft genau eine Variante: 24 Bit, 8 Bit mit Palette oder eine feste Auflösung. Unser Konverter schreibt eine gängige BMP (Standardeinstellungen, ohne Transparenz) und kann die Variante nicht wählen. Lehnt das Gerät sie ab, exportieren Sie aus GIMP mit den geforderten Einstellungen.
BMP lässt sich nicht hochladen
Webformulare und Maildienste nehmen oft nur JPG, PNG oder PDF an. Vorher umwandeln, das verkürzt auch den Upload deutlich.
BMP umwandeln
BMP wird fast immer in andere Formate umgewandelt: in PNG, wenn das Bild exakt bleiben muss (Screenshots, Textscans, Grafiken), in JPG für Fotos, in PDF für Dokumente. Eine Umwandlung in BMP braucht man meist nur für alte Software, Firmware oder Schulaufgaben. Bei unserer Umwandlung bekommt eine BMP mit Transparenz einen weißen Hintergrund, und aus animierten oder mehrseitigen Dateien wird nur das erste Bild übernommen. Verwandte Rasterformate: TGA, PCX, TIFF.
BMP auf einen Blick
| Entwickelt von | Microsoft (für OS/2 mit IBM) |
|---|---|
| Erste Version | Ende der 1980er; DIB mit Windows 3.0 (1990) |
| Aktuelle Version | BITMAPV5HEADER (Windows 98, 1998) |
| Typ | Rastergrafik |
| Kompression | meist keine; RLE für 4- und 8-Bit-Bilder |
| Farbtiefe | 1, 4, 8, 16, 24, 32 Bit pro Pixel |
| Typische Nutzung | Windows-Software, Firmware, einfache Displays |
Details: Microsoft: Bitmap Storage, BITMAPV5HEADER und die Formatbeschreibung der Library of Congress.