PostScript

.ps · Vektorgrafik

Eine PostScript-Datei (.ps) ist kein Abbild eines Dokuments, sondern ein Programm, das es zeichnet. Drucker mit PostScript-Interpreter führen dieses Programm aus und geben die Seiten aus. Heute begegnen Ihnen .ps-Dateien vor allem in drei Fällen: wenn im Druckdialog „Ausgabe in Datei“ angehakt war, in wissenschaftlichen und Unix-Umgebungen (LaTeX über dvips, gnuplot, ältere Fachartikel auf Preprint-Servern) und in Druckereien, die PostScript noch annehmen.

Geschichte

Adobe veröffentlichte PostScript 1984. Im März 1985 kam mit dem Apple LaserWriter der erste Drucker mit eingebautem PostScript-Interpreter auf den Markt, zusammen mit PageMaker begann damit das Desktop-Publishing. Level 2 folgte 1990 (bessere Farbverarbeitung, Kompressionsfilter), PostScript 3 im Jahr 1997, das letzte Referenzhandbuch erschien 1999. Eine vierte Version plant Adobe nicht. Neuerungen wie Transparenz und Ebenen flossen stattdessen in PDF, das auf dem Bildmodell von PostScript aufbaut.

So funktioniert PostScript

Die Datei ist reiner Text (gelegentlich mit binären Bilddaten) in einer stapelbasierten Programmiersprache. Die Zeile 100 200 moveto 300 200 lineto stroke zeichnet eine Linie. Weil es eine echte Sprache mit Schleifen und Prozeduren ist, lässt sich eine Seite nur durch Ausführen des Codes anzeigen. Zu Seite 50 springen, ohne alles davor zu interpretieren, geht nicht. Das ist der Hauptunterschied zu PDF, wo jede Seite ein fertiges Objekt ist.

Ordentliche Dateien folgen den Document Structuring Conventions (DSC): Die erste Zeile beginnt mit %!PS-Adobe-3.0, Kommentare wie %%Pages: und %%Page: kennzeichnen die Struktur, damit Druckwarteschlangen und Viewer Seiten zählen und umsortieren können. Schriften sind meist als Type 1 oder Type 42 (TrueType) eingebettet. PostScript enthält Vektoren, Text und Rasterbilder, aber keine Transparenz, Links, Formulare oder Lesezeichen im Sinne von PDF.

Die einseitige Variante zum Einbetten in andere Dokumente heißt EPS. Aus derselben Familie stammen die Type-1-Schriften (PFB, PFA). Adobe unterstützt sie in seinen Programmen seit Ende Januar 2023 nicht mehr (Ankündigung von Adobe); bereits in PS-, EPS- und PDF-Dateien eingebettete Schriften werden weiter angezeigt.

PS-Datei öffnen

Hinter fast allen kostenlosen Viewern steckt der Interpreter Ghostscript.

  • Windows: Ghostscript installieren, danach SumatraPDF, das .ps-Dateien öffnet, sobald Ghostscript vorhanden ist. Windows selbst bringt keinen PostScript-Viewer mit.
  • macOS: Die Vorschau öffnete PostScript bis macOS 12 Monterey. Seit macOS 13 Ventura nicht mehr, Sie brauchen eine andere App oder eine Umwandlung in PDF.
  • Linux: Okular und Evince (Dokumentenbetrachter) zeigen PS direkt an; auf der Kommandozeile erzeugt ps2pdf datei.ps eine PDF.
  • Smartphone: Weder Android noch iOS können PostScript, praktikabel ist die Umwandlung in PDF.

Bearbeiten lässt sich PostScript nur im Texteditor (für Programmierer) oder per Import in einen Vektoreditor wie Inkscape, der ebenfalls Ghostscript nutzt.

Häufige Probleme

„Ausgabe in Datei“ hat eine .ps- oder .prn-Datei erzeugt

Die Ausgabe lief über einen PostScript-Druckertreiber. Wandeln Sie die Datei in PDF um, dann haben Sie ein normales Dokument. War der Treiber kein PostScript-Treiber (etwa PCL), enthält die Datei Druckdaten, die nur dieser Drucker versteht.

PS-Datei lässt sich auf dem Mac nicht öffnen

Siehe oben: Seit Ventura verweigert die Vorschau .ps-Dateien. Nach der Umwandlung in PDF öffnet sie das Ergebnis wieder.

Falsches Seitenformat oder abgeschnittene Ränder

PostScript-Dateien legen oft Letter oder DIN A4 fest. Weicht das Papier ab, schneidet oder skaliert der Drucker. Die Umwandlung in PDF übernimmt die Seitengröße, die die Datei selbst anfordert.

Unleserlicher Text nach der Umwandlung

Die Textextraktion hängt von der Kodierung der Schriften ab. Alte dvips-Ausgaben mit Bitmap-Schriften (Type 3) liefern oft gar keinen brauchbaren Text, obwohl sie fehlerfrei drucken.

PostScript umwandeln

Auf unseren Servern läuft das PostScript-Programm in einem eingeschränkten Modus, der ihm den Zugriff auf Dateien verwehrt:

  • PS in PDF: alle Seiten, Schriften eingebettet, Text bleibt Text. Die häufigste und nützlichste Umwandlung.
  • PS in PNG, SVG, EPS: die erste Seite, über PDF (PNG mit 150 dpi).
  • PS in JPG: erste Seite mit 150 dpi, Qualität 90, weißer Hintergrund. PS in TIFF speichert alle Seiten in einer Datei.
  • PS in TXT: Textextraktion mit der oben beschriebenen Einschränkung.

Wenn Sie den Inhalt danach als Bild oder Word-Datei brauchen, erklären die Seiten PDF in JPG und PDF in DOCX, was Sie erwartet.

Steckbrief

EntwicklerAdobe
Erste Version1984 (erster Drucker 1985)
Aktuelle VersionPostScript 3 (1997), DSC 3.0
TypSeitenbeschreibungs- und Programmiersprache, Textdatei
KompressionDatei unkomprimiert, optionale Filter für Bilder (LZW, Flate, DCT)
Typische VerwendungDruck, „Ausgabe in Datei“, LaTeX und wissenschaftliche Grafiken

Mehr dazu in der Beschreibung von PostScript bei der Library of Congress (englisch).

PS können wir umwandeln in

Dokumente

PDF DOCX DOC ODT TXT HTMLDOCMDOTDOTXFODTOTT RTFUOTABWAWTFOZABW

Bilder

JPG PNGWEBP GIF TIFFHEICAVIFJXLPSDICOAAIAPNGARTAVS BMP CINCURDCXDDSDPXFF FITSFL32 HDRHRZJP2JBIGJNGJPCMNGMTVOTBPALMPAM PBMPCD PCXPFMPGMPGXPHMPICTPPMPSBPTIFQOIRASRGFSGISIXELSUN TGAVICARVIFFVIPS WBMPXBMXPMXWDDCM

Vektorgrafik

SVG EPSEMFFXGHPGLODGPOVSIFSVGZWMFXAMLFODGOTG

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