Encapsulated PostScript

.eps · Vektorgrafik

EPS (Encapsulated PostScript) ist eine einzelne Grafik in der Sprache PostScript, gedacht zum Einbetten in ein anderes Dokument. Logos, Vektorgrafiken aus Bildagenturen, Diagramme für Fachzeitschriften und Druckdaten für Werbetechnik, Fahrzeugbeschriftung, Stickereien und Druckereien kommen bis heute als .eps. Hat Ihnen eine Agentur oder eine Stock-Plattform ein Logo „als Vektor“ geliefert, war es sehr wahrscheinlich EPS, oft zusammen mit einer AI- und einer PDF-Version.

Woher EPS kommt

Adobe definierte EPS Ende der 1980er Jahre, als Layoutprogramme Grafiken aus Zeichenprogrammen übernehmen und scharf auf PostScript-Druckern ausgeben sollten. Version 3.0 der Spezifikation, bis heute aktuell, erschien erstmals 1990 und 1992 als eigenes Dokument. EPS ist öffentlich dokumentiert, gehört aber Adobe und wird nicht weiterentwickelt. In den meisten Bereichen hat PDF die Rolle übernommen, bei Bildagenturen und im wissenschaftlichen Publizieren ist EPS aber weiter verbreitet.

Was in einer EPS-Datei steckt

Technisch ist EPS ein PostScript-Programm mit Einschränkungen: Es beschreibt höchstens eine Seite, darf keine Druckereinstellungen ändern und muss seine Größe angeben. Der Kopf sieht so aus:

  • %!PS-Adobe-3.0 EPSF-3.0 kennzeichnet die Datei,
  • %%BoundingBox: 0 0 420 297 nennt das Rechteck, das die Grafik belegt, in Punkt (1/72 Zoll).

Dank dieser Bounding Box kennt das importierende Programm die Größe, ohne den Code auszuführen. Weil Programme in den 1980ern PostScript nicht am Bildschirm darstellen konnten, enthält eine EPS oft eine separate Vorschau: ein TIFF- oder WMF-Bild in einem binären Kopf unter Windows (solche Dateien beginnen mit den Bytes C5 D0 D3 C6), eine PICT-Ressource auf alten Macs oder eine ASCII-Bitmap in der Variante EPSI. Viele Anwendungen zeigen nur diese grobe Vorschau. Darum wirkt eine EPS am Bildschirm manchmal unscharf oder erscheint als grauer Kasten, druckt aber einwandfrei.

EPS kann Vektoren, Text mit eingebetteten Schriften und Rasterbilder enthalten, in RGB, CMYK oder Sonderfarben. Echte Transparenz (sie wird beim Export reduziert), Ebenen, mehrere Seiten, Links oder nicht eingebettete Schriften kann es nicht.

EPS öffnen

  • Adobe Illustrator, CorelDRAW und Affinity Designer öffnen und bearbeiten EPS; Photoshop lädt es als Rasterbild.
  • Inkscape (kostenlos, Windows, macOS, Linux) importiert EPS über Ghostscript und lässt die Pfade bearbeiten.
  • Windows: SumatraPDF zeigt EPS an, wenn Ghostscript installiert ist. GIMP öffnet es als Bitmap in wählbarer Auflösung.
  • macOS: Seit macOS 13 Ventura öffnet die Vorschau keine EPS- (und PS-)Dateien mehr. Ältere Versionen wandelten EPS beim Öffnen in PDF um.
  • Linux: Okular und Evince zeigen EPS direkt an.

Häufige Probleme

EPS lässt sich nicht in Word oder PowerPoint einfügen

Microsoft hat die EPS-Unterstützung in Office für Windows mit einem Sicherheitsupdate im April 2017 abgeschaltet; Microsoft 365 und Office 2019 fügen EPS gar nicht mehr ein (Support-Artikel von Microsoft). Wandeln Sie die EPS in PNG um, wenn ein Bild genügt, oder in EMF, wenn die Grafik auch beim Drucken aus Office scharf bleiben soll.

EPS-Datei öffnet sich auf dem Mac nicht

Das ist die erwähnte Änderung in Ventura. Eine Umwandlung in PDF oder SVG löst das Problem, beide bleiben Vektorgrafik.

Vorschau unscharf oder leer

Sie sehen die eingebettete Vorschau, nicht die eigentliche Zeichnung. Ein Programm, das PostScript rendert (Inkscape, Illustrator, Viewer mit Ghostscript), zeigt den echten Inhalt.

Farben wirken nach der Umwandlung anders

EPS für den Druck ist häufig CMYK. Bildschirmformate wie PNG und SVG arbeiten in RGB, kräftige CMYK-Grün- und Blautöne können sich leicht verschieben.

EPS umwandeln

Die Vorschau verwenden wir nicht, wir rendern den PostScript-Code selbst:

  • EPS in PDF: Die Seite wird auf die Bounding Box zugeschnitten, die PDF ist also genau so groß wie die Grafik. Vektoren und Text bleiben Vektoren.
  • EPS in SVG: Vektor für das Web und Inkscape. Text wird in Pfade umgewandelt, sieht richtig aus, ist aber nicht mehr als Text editierbar.
  • EPS in PNG mit 150 dpi, EPS in JPG mit 150 dpi, weißem Hintergrund und Qualität 90. Für große Drucke wandeln Sie in PDF oder SVG um und skalieren dort; siehe auch SVG in PNG.
  • EPS in EMF, WMF, DXF, ODG für Office, CAD und LibreOffice.

Steckbrief

EntwicklerAdobe
Erste VersionEnde der 1980er; EPSF 3.0 im Jahr 1990 (eigene Spezifikation 1992)
Aktuelle VersionEPSF 3.0
TypVektorgrafik (PostScript), kann Rasterbilder enthalten
KompressionDatei unkomprimiert; Bilder darin LZW, Flate oder JPEG
Typische VerwendungLogos, Stock-Vektoren, Illustrationen für Druck und Fachzeitschriften

Weiterführend: Beschreibung von EPS bei der Library of Congress (englisch).

EPS können wir umwandeln in

Dokumente

PDF DOCX DOC ODT TXT HTMLDOCMDOTDOTXFODTOTT RTFUOTABWAWTFOZABW

Bilder

JPG PNGWEBP GIF TIFFHEICAVIFJXLPSDICOAAIAPNGARTAVS BMP CINCURDCXDDSDPXFF FITSFL32 HDRHRZJP2JBIGJNGJPCMNGMTVOTBPALMPAM PBMPCD PCXPFMPGMPGXPHMPICTPPMPSBPTIFQOIRASRGFSGISIXELSUN TGAVICARVIFFVIPS WBMPXBMXPMXWDDCM

Vektorgrafik

SVGEMFFXGHPGLODGPOV PSSIFSVGZWMFXAMLFODGOTG

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