GIF (Graphics Interchange Format) ist das älteste Bildformat, das im Web noch täglich genutzt wird. Gemeint sind heute fast nur kurze Endlosschleifen: Reaktionen, Memes, Produktdemos, Ladeanimationen. Standbilder als GIF sind selten und stammen meist von alten Websites. Gut zu wissen: Viele Apps und GIF-Sammlungen nennen ihre Clips nur GIF und liefern tatsächlich MP4- oder WebP-Video aus, weil ein echtes GIF ein Vielfaches größer wäre.
Geschichte: CompuServe, Netscape und ein Patent
CompuServe veröffentlichte GIF 1987 (Version 87a), damit der Onlinedienst Farbbilder an beliebige Computer schicken konnte. Version 89a von 1989 ergänzte, worauf heute alles beruht: eine Verzögerung zwischen Einzelbildern, eine transparente Farbe und Blöcke für Anwendungsdaten. Die Endlosschleife kam von Netscape: Der Navigator 2.0 führte die Anwendungserweiterung NETSCAPE2.0 mit Wiederholungszähler ein, seitdem beachtet sie jeder Browser. Die Kompression LZW war von Unisys patentiert. Als 1994 Lizenzgebühren angekündigt wurden, entstand als Antwort PNG. Das US-Patent lief im Juni 2003 aus, die europäischen und japanischen im Juni 2004, GIF ist also heute frei. Erfinder Steve Wilhite bestand übrigens auf der Aussprache „dschiff“.
So funktioniert GIF
- Höchstens 256 Farben pro Bild. Jedes Einzelbild nutzt eine Palette mit bis zu 256 Farben, global oder pro Bild. Fotos müssen darauf reduziert werden, es entstehen Streifen in Verläufen oder sichtbares Dithering.
- Verlustfreie LZW-Kompression der Palettenindizes. Verlustfrei gilt nur für die Palette: Ein Foto als GIF zu speichern ist wegen der Farbreduktion verlustbehaftet.
- Animation ist eine Folge von Einzelbildern mit Verzögerung in Hundertstelsekunden. Ein Bild darf nur einen Teil der Fläche abdecken, das spart Platz, wenn sich wenig ändert. Browser behandeln sehr kurze Verzögerungen (0 oder 0,01 s) als 0,1 s, „schnelle“ GIFs laufen daher langsamer als gedacht.
- Transparenz nur an oder aus. Eine Palettenfarbe kann transparent sein, Halbtransparenz gibt es nicht. Geglättete Kanten wurden mit einer bestimmten Hintergrundfarbe verrechnet, deshalb haben transparente GIFs auf anderem Hintergrund einen hellen oder dunklen Saum.
- Kein Ton, kein Farbprofil, kein Exif. Nur Textkommentare und Anwendungsblöcke.
GIF öffnen und bearbeiten
Am einfachsten spielt man ein animiertes GIF am Computer ab, indem man es in ein Browserfenster zieht. Auch die Bildbetrachter von Windows, macOS (Vorschau zeigt die Einzelbilder in der Seitenleiste), Linux und Smartphones öffnen GIFs. GIMP lädt jedes Einzelbild als Ebene und exportiert die Animation wieder, Photoshop hat dafür eine Zeitleiste. Das Kommandozeilenwerkzeug gifsicle optimiert, beschneidet und verlangsamt GIFs, ohne alles neu zu komprimieren.
Typische Probleme
GIF ist zu groß zum Hochladen oder Versenden
Ein paar Sekunden Video als GIF haben schnell 10 bis 20 MB, denn GIF kennt keine Bewegungskompression. Derselbe Clip als MP4 ist typischerweise zehnmal kleiner und sieht besser aus. Wandeln Sie GIF in MP4 oder WebP um, oder kürzen Sie es, schneiden Sie es zu und senken Sie die Bildrate.
GIF bewegt sich nicht
Manche Programme zeigen nur das erste Bild, etwa ältere Desktop-Versionen von Outlook oder Textverarbeitungen. In Präsentationen läuft ein GIF meist erst im Vorführmodus. Steht der Wiederholungszähler in der Datei auf „einmal“, endet die Animation ebenfalls nach dem ersten Durchlauf.
GIF wirkt körnig, Farben stimmen nicht
Das ist die Palette mit 256 Farben. Für Fotos und Verläufe eignen sich PNG, WebP oder Video.
Weiße oder schwarze Ränder um ein transparentes GIF
Die Randpixel sind mit der Hintergrundfarbe verrechnet, auf der der Autor gearbeitet hat. Exportieren Sie das Bild aus dem Original neu als PNG, das echte Alphatransparenz hat.
GIF umwandeln
Unser Konverter behandelt GIF auf zwei Arten. Bei Standbildformaten wie PNG, JPG oder BMP übernimmt er nur das erste Einzelbild. Bei Formaten, die mehrere Bilder fassen, bleiben alle erhalten: WebP und APNG bleiben animiert, TIFF und PDF bekommen eine Seite pro Bild. GIF in MP4 und andere Videoformate nutzt den Codec H.264, Transparenz geht dabei verloren, da MP4 keinen Alphakanal hat. Umgekehrt, von Video zu GIF, erzeugen wir höchstens 30 Sekunden mit 10 Bildern pro Sekunde und 480 Pixeln Breite, mit einer aus dem Clip berechneten Palette, damit die Datei handlich bleibt. Statische GIF-Grafiken wandelt man am besten in PNG um, verlustfrei und meist kleiner.
GIF auf einen Blick
| Entwickelt von | CompuServe (Steve Wilhite) |
|---|---|
| Erste Version | 1987 (87a), aktuelle Version 89a von 1989 |
| Typ | Rastergrafik, Animation |
| Kompression | verlustfreies LZW der Palettenindizes |
| Farben | max. 256 pro Bild, Transparenz an/aus |
| Typische Nutzung | kurze Animationen, Memes, einfache Webgrafik |
Quellen: die GIF89a-Spezifikation beim W3C und die Formatbeschreibung der Library of Congress.