ARW (Sony Alpha Raw) ist das RAW-Format der Sony-Kameras: der Serien a7 und a9, der a1, der APS-C-Reihe a6000, der ZV-E10, der Kompakten RX100 und RX10 sowie der älteren A-Mount-SLRs und -SLTs. Wer seine Sony auf RAW oder RAW+JPEG stellt, findet auf der Karte Dateien wie DSC01234.ARW. Sie enthalten die Sensordaten, die Kameraeinstellungen und eine JPEG-Vorschau in voller Größe.
Woher ARW kommt
Sony übernahm 2006 das Kamerageschäft von Konica Minolta und brachte im Juli desselben Jahres die erste Alpha heraus, die DSLR-A100. Ihre ARW-1.0-Dateien tragen intern noch Maker Notes im Minolta-Stil. Davor nutzte Sony bei Kompaktkameras zwei kurzlebige Formate: SRF bei der DSC-F828 und SR2 bei der DSC-R1. Eine Spezifikation hat Sony nie veröffentlicht, das Wissen über ARW stammt aus dem Reverse Engineering freier RAW-Decoder und von ExifTool. Die Versionsnummern unten sind die, die ExifTool als „File Format“ meldet.
| Version | Seit | Neu |
|---|---|---|
| ARW 1.0 | 2006, DSLR-A100 | 12 Bit, unkomprimiert |
| ARW 2.0 / 2.1 | 2007–2008, A700, A900 | „cRAW“-Kompression, verlustbehaftet |
| ARW 2.3 | 2012, SLT-A99 | erstes 14-Bit-RAW von Sony |
| ARW 2.3.1 | 2015, a7R II | unkomprimiert mit 14 Bit wählbar |
| ARW 4.0 | 2021, a1 | verlustfreie Kompression |
| ARW 5.0 | 2023, a9 III | aktuelle Generation |
Wie ARW aufgebaut ist
Eine ARW-Datei ist eine TIFF-Datei in Little-Endian-Byte-Reihenfolge. Das erste Verzeichnis enthält eine Vorschau, die Sensordaten liegen in einem Unterverzeichnis, und Sonys Maker Notes sind teilweise verschlüsselt. ExifTool entschlüsselt die meisten. Praktisch entscheidend ist die Kompressionseinstellung:
- Komprimiert (cRAW): speichert je 16 Pixel als 11-Bit-Grundwerte plus 7-Bit-Differenzen. Die Datei ist etwa halb so groß, an sehr hellen Kanten, etwa Sternen oder Ästen im Gegenlicht, können aber Artefakte entstehen. Trotz des Namens RAW ist das verlustbehaftet.
- Unkomprimiert: jeder Wert wie aufgezeichnet, 12 oder 14 Bit. Große Dateien, meist doppelt so groß wie komprimierte.
- Verlustfrei komprimiert: bei Kameras ab 2021. Dieselben Daten wie unkomprimiert, spürbar kleiner. Manche Modelle bieten hier zusätzlich die kleineren Größen M und S an.
Auch 14-Bit-Kameras zeichnen in manchen Modi nur 12 Bit auf, typischerweise komprimiertes RAW bei Serienaufnahmen oder mit elektronischem Verschluss. Die Hilfeanleitung des jeweiligen Modells nennt die Fälle. Ein Sonderfall sind ARQ-Dateien: vier oder sechzehn ARW-Aufnahmen aus dem Pixel Shift Multi Shooting, die in Sonys Software zusammengesetzt werden.
ARW-Dateien öffnen
- Sony Imaging Edge Desktop (Windows, macOS, kostenlos): Viewer zum Sichten, Edit zum Entwickeln mit Sonys eigener Farbwiedergabe.
- Windows 10 und 11: die kostenlose Raw Image Extension aus dem Microsoft Store installieren, danach zeigen Fotos-App und Explorer ARW-Dateien samt Miniaturansichten.
- macOS und iOS: Vorschau und Fotos, sofern die Kamera auf Apples Liste steht.
- darktable, RawTherapee (kostenlos, auch für Linux), Lightroom und Photoshop über Camera Raw.
Häufige Probleme mit ARW
ARW lässt sich in Photoshop oder Lightroom nicht öffnen
Ihre Camera-Raw-Version ist älter als Ihre Kamera. Aktualisieren Sie sie. Geht das nicht, wandelt der kostenlose Adobe DNG Converter die ARW-Dateien in DNG um, das auch ältere Versionen lesen.
Windows 11 zeigt keine ARW-Vorschaubilder
Windows bringt keinen ARW-Decoder mit, die Raw Image Extension rüstet ihn nach.
Verlustfrei komprimiertes ARW wird nicht unterstützt
Software von vor 2021 liest verlustfreie ARW-4.0-Dateien nicht, auch wenn sie ältere ARW kann. Aktualisieren oder die Kamera auf unkomprimiert stellen.
Das in JPG umgewandelte ARW sieht anders aus als das Kamera-JPEG
Creative Look bzw. Kreativmodus, DRO, Rauschminderung und Objektivkompensation gibt es nur in der kamerainternen Verarbeitung. Ein RAW-Entwickler interpretiert die Daten auf seine Weise. Am nächsten am Kamera-Look liegt Imaging Edge Edit.
ARW umwandeln
ARW wird in JPG umgewandelt zum Teilen und Drucken, in TIFF für Programme ohne RAW-Unterstützung und in DNG zur Archivierung. Unser Konverter dekodiert ARW mit dem Weißabgleich der Kamera und automatischer Helligkeit, und speichert JPG mit Qualität 90, PNG oder 8-Bit-TIFF in sRGB. Sonys Objektivkompensation für Verzeichnung und Vignettierung wird nicht angewendet, Bilder aus kompakten Zoomobjektiven können daher mehr tonnenförmige Verzeichnung und dunklere Ecken zeigen als das Kamera-JPEG. Das Limit liegt bei 100 MB pro Datei. Unkomprimierte Dateien aus Kameras mit 50 und 61 MP sind größer, dort besser verlustfrei komprimiert oder komprimiert aufnehmen. Ganz neue Kameramodelle werden eventuell noch nicht unterstützt. Allgemeines zu RAW steht auf der Seite Kamera-RAW.
ARW auf einen Blick
| Entwickler | Sony |
|---|---|
| Erstmals | 2006 (DSLR-A100) |
| Aktuelle Version | ARW 5.x, nicht öffentlich dokumentiert |
| Basis | TIFF |
| Bittiefe | 12 oder 14 Bit |
| Kompression | keine, verlustbehaftet (cRAW) oder verlustfrei (seit 2021) |
| Typische Verwendung | RAW-Fotos aus Sony-Alpha- und RX-Kameras |
Weiterführend (englisch): die von der Community gepflegte Beschreibung der Sony-RAW-Formate, Sonys Software Imaging Edge und die Übersicht der Library of Congress zu Kamera-RAW-Formaten.