Raw image format

.raw · Bilder

Eine Kamera-RAW-Datei enthält, was der Bildsensor aufgezeichnet hat, bevor die Kamera daraus ein fertiges Foto macht. Ein einheitliches RAW-Format gibt es nicht. Jeder Hersteller hat sein eigenes, und die Dateiendung verrät, welches vorliegt. Dateien, die tatsächlich auf .raw enden, stammen meist von Panasonic-Lumix-Kameras aus der Zeit vor 2008 und ihren Leica-Schwestermodellen, einige von der Contax N Digital. Manche sind gar keine Fotos, sondern nackte Pixeldaten aus Wissenschafts- oder Grafiksoftware. Diese Seite erklärt RAW allgemein, die Details stehen auf den Seiten der einzelnen Marken.

Welches RAW-Format haben Sie

EndungHerstellerKameras
ARWSonyAlpha-Systemkameras und SLR/SLT, RX-Kompakte, seit 2006
SRFSonyDSC-F828 und DSC-V3 (2003–2004), Sonys erstes RAW-Format
CR2CanonEOS-Kameras ab 2004, seit 2018 abgelöst durch CR3
NEFNikonalle Nikon-Kameras mit RAW
ORFOlympus, OM SystemE-System, PEN, OM-D, OM System, Tough
PEFPentaxPentax-DSLRs (die meisten speichern auch DNG)
RW2PanasonicLumix seit 2008
RAWPanasonic, Leicaältere Lumix-Kompakte wie FZ50 oder LX2, Leica Digilux 2, D-LUX 3

Die offene Alternative ist Adobes DNG. Leica, Pentax, Ricoh und viele Smartphones (Apple ProRAW, RAW-Aufnahme unter Android) schreiben es direkt.

Was in einer RAW-Datei steckt

Vor den meisten Sensoren liegt ein Farbfilter-Mosaik, meist das Bayer-Muster: Jedes Pixel des Sensors sieht nur Rot, Grün oder Blau. Die RAW-Datei speichert diese einfarbigen Werte, die zwei fehlenden Farben pro Pixel errechnet erst die Software. Dieser Schritt heißt Demosaicing und ist der Hauptgrund, warum zwei RAW-Konverter aus derselben Datei leicht unterschiedliche Bilder machen.

  • Bittiefe. RAW-Daten haben 12 oder 14 Bit pro Pixel, also 4.096 bzw. 16.384 Stufen, ein 8-Bit-JPEG dagegen 256 pro Kanal. Dieser Spielraum erlaubt es, ausgefressene Lichter zurückzuholen oder Schatten aufzuhellen.
  • Einstellungen sind nur Notizen. Weißabgleich, Bildstil, Schärfung, Rauschunterdrückung und Objektivkorrekturen werden als Metadaten abgelegt und lassen sich später verlustfrei ändern.
  • Darunter steckt TIFF. Fast alle Herstellerformate folgen dem Aufbau von TIFF/EP (ISO 12234-2): Tag-Verzeichnisse, EXIF, Maker Notes und eine oder mehrere eingebettete JPEG-Vorschauen. Aus ihnen stammen die Miniaturansichten, manche Betrachter zeigen nur sie.
  • Kompression. Je nach Marke und Einstellung keine, verlustfrei oder verlustbehaftet (komprimiertes RAW bei Sony, verlustbehaftetes NEF bei Nikon). Eine RAW-Datei mit 24 MP belegt typischerweise 20 bis 50 MB.

RAW-Dateien öffnen

  • Windows 10 und 11: Fotos-App und Explorer zeigen RAW-Dateien, sobald die kostenlose Raw Image Extension installiert ist.
  • macOS, iPhone, iPad: Vorschau und Fotos lesen RAW-Dateien der Kameras, die auf Apples Liste stehen.
  • Kostenlos für alle Systeme: darktable und RawTherapee (Windows, macOS, Linux). GIMP öffnet RAW-Dateien über eines der beiden Programme.
  • Herstellersoftware: Canon Digital Photo Professional, Nikon NX Studio, Sony Imaging Edge Desktop und OM Workspace sind für Kamerabesitzer kostenlos.
  • Adobe: Lightroom und Photoshop über Camera Raw. Der kostenlose Adobe DNG Converter wandelt RAW in DNG für ältere Programme um.

Häufige Probleme

RAW-Datei lässt sich nicht öffnen, „Kamera wird nicht unterstützt“

RAW-Formate ändern sich mit jeder Kamerageneration. Ein Programm, das vor Ihrer Kamera erschienen ist, kennt deren Dateien nicht, auch wenn die Endung vertraut ist. Aktualisieren Sie das Programm oder sein RAW-Modul, oder prüfen Sie die Liste unterstützter Kameras auf der Website des Programms.

Das RAW-Foto wirkt flau oder dunkler als auf dem Kameradisplay

Das Display zeigt ein JPEG mit Ihrem Bildstil, Ihrer Kontrastkurve und den Objektivkorrekturen. Ein RAW-Entwickler startet mit eigenen, neutralen Vorgaben. Beschädigt ist nichts, der Look wurde nur noch nicht angewendet.

Eine .raw-Datei, die nicht aus einer Kamera stammt

Die Option „Photoshop Raw“, Scanner und Laborkameras schreiben nackte Pixeldaten ohne Header. Lesen lässt sich so eine Datei nur, wenn Breite, Höhe und Bittiefe bekannt sind. ImageJ (File → Import → Raw) oder Photoshop fragen danach, unser Konverter kann sie nicht erraten.

RAW in JPG, PNG oder TIFF umwandeln

RAW-Dateien wandelt man um, um Fotos zu verschicken, zu drucken oder dort hochzuladen, wo nur JPG akzeptiert wird. Unser Konverter entwickelt die Sensordaten mit dem in der Kamera eingestellten Weißabgleich, automatischer Helligkeit und im Farbraum sRGB, und dreht das Bild anhand des Orientierungs-Tags aufrecht. Danach speichert er JPG mit Qualität 90, PNG oder TIFF, jeweils mit 8 Bit pro Kanal.

Was dabei verloren geht: der Spielraum von 12 oder 14 Bit und die Möglichkeit, den Weißabgleich später zu ändern. Bildstil der Kamera sowie Korrekturen für Verzeichnung und Vignettierung werden nicht angewendet, EXIF-Daten werden nicht vollständig übernommen. Wer die Bilder bearbeiten will, entwickelt sie besser selbst in darktable oder RawTherapee und exportiert ein 16-Bit-TIFF. Das Original-RAW, oder eine DNG-Kopie, sollten Sie in jedem Fall als Negativ behalten. Für Canon und Nikon gibt es eigene Anleitungen: CR2 in JPG umwandeln und NEF in JPG umwandeln.

Kamera-RAW auf einen Blick

Typunbearbeitete Sensordaten mit Metadaten und Vorschau
Entwicklerjeder Kamerahersteller für sich
Gemeinsame BasisTIFF/EP, ISO 12234-2 (2001)
Offene AlternativeDNG (Adobe, 2004)
Bittiefemeist 12 oder 14 Bit pro Pixel
Kompressionkeine, verlustfrei oder verlustbehaftet, je nach Marke und Einstellung
Typische VerwendungFotos, die anschließend bearbeitet werden

Weiterführend (englisch): die Beschreibungen der Library of Congress zu Kamera-RAW-Formaten und zu DNG.

RAW können wir umwandeln in

Dokumente

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Bilder

JPG PNGWEBP GIF TIFFHEICAVIFJXLPSDICOAAIAPNGARTAVS BMP CINCURDCMDCXDDSDPXFF FITSFL32 HDRHRZJP2JBIGJNGJPCMNGMTVOTBPALMPAM PBMPCD PCXPFMPGMPGXPHMPICTPPMPSBPTIFQOIRASRGFSGISIXELSUN TGAVICARVIFFVIPS WBMPXBMXPMXWD

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